CD-Review: Frijgard – Bellum Aeternum Est

BAE_cover

[Melodic Black Metal] – Eigenproduktion (2014)
Schweiz
Krieg verdrängt Heidentum!

Crowdfunding erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch die Herrschaften von Frijgard baten im letzten Herbst ihre Fans und Supporter um finanzielle Unterstützung bzw. einen Vorschuss für die Produktion des zweiten Studioalbums. Das angestrebte Ziel wurde übertroffen, es kamen knapp CHF 3‘500.00 (ca. 2‘800.00 €) zusammen. Um es gleich vorweg zu nehmen: das Geld wurde gut investiert.

Frijgard begleiten wir bereits seit dem Demo-Stadium. Äusserst spannend zu beobachten ist dabei die Tatsache, wie sich die Band von ihren ersten Gehversuchen an bis zum heutigen Tag entwickelt hat. Vermochte das Demo „Morgenrot“ noch nicht so recht zu überzeugen, setzten die vier Recken mit dem full-length Debüt „Nebelwacht“ (2011) bereits ein erstes Ausrufezeichen. Am 04.04.2014 folgt nun also der zweite Streich…

Waren die früheren Werke stilistisch noch dem Pagan Black Metal zuzuordnen, bewegen sich Frijgard heute in anderen Gefilden. Die paganen Elemente wurden sowohl auf musikalischer als auch auf lyrischer Ebene über Bord geworfen. Akustische Gitarren, welche früher für folkige Einschübe sorgten, sucht man auf „Bellum Aeternum Est“ ebenso vergebens wie Oden an Mutter Natur oder Texte über die germanische Mythologie. Anno 2014 dominiert Kriegsthematik, welche perfekt im Albumtitel, der übersetzt „Krieg ist ewig“ bedeutet, wiederspiegelt wird.

Bereits auf dem Vorgänger bewiesen die Aargauer ein gutes Händchen für Melodien. Erfreulicherweise kreierte man kein (wie bei War Black Metal häufig der Fall) hyperblastendes Speed-Monster, sondern gewährt eben diesen Melodien weiterhin ausreichend Raum. Keyboards wurden seit Demo-Zeiten keine mehr verwendet, finden jedoch nun in den neuen Songs vereinzelt wieder Einzug. Der Auftakt zu ‚Niedergang‘ weist gar dezente Industrial-Elemente auf.

Gekeift und gegrowlt wird in deutscher Sprache. Textliche Peinlichkeiten, wie man sie hin und wieder bei deutschem Gesang antrifft, werden mühelos umschifft. Darüber hinaus kommen regelmässig Sprachsamples zum Einsatz. Und wenn bei ‚Stunde des Feuers‘ eine Stimme „Welcome to Vietnam“ zitiert, bricht im Anschluss buchstäblich die (musikalische) Hölle los.

Ein stabiles Line-up gepaart mit dem Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich dementsprechend weiterzuentwickeln, sowie eine einwandfreie Produktion sind die Gründe dafür, dass Frijgard mit „Bellum Aeternum Est“ ein weiterer Schritt nach vorne gelingt.

Hörbeispiele zu Frijgard finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/channel/UCAWYaXicaDbxlEQh-Cfsaqg

geschrieben am 20.03.2014 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Frijgard
Eigenproduktion

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