CD-Review: Firtan – Niedergang

Firtan

[Black Metal] – Eigenproduktion (2014)
Deutschland
Spannendes Debüt!

Es begab sich im Jahre 2010 unserer Zeitrechnung, als eine Horde Jugendlicher die Band Firtan gründete. Beheimatet im südlichen Deutschland, lediglich einen Steinwurf von der helvetischen Stadt Basel entfernt, einigte man sich darauf, fortan schwarzmetallische Tonkunst zu schaffen. Nachdem sich das Besetzungskarussell mehrmals munter drehte, vermochte die Band Anfang 2013 mit der EP „Wogen der Trauer“ auch überregional auf sich aufmerksam zu machen.

Anno 2014 besteht der harte Kern der Band aus einem Trio, welches den full-length Einstand „Niedergang“ mit Unterstützung diverser Gastmusiker (u.a. Roman von XIV Dark Centuries, der bei ‚Oneiros‘ ein Gitarrensolo beisteuerte) einspielte. Live verstärkt man sich jeweils mit einem zweiten Gitarristen.

Stilistisch bewegen sich die Lörracher in der Schnittmenge zwischen Symphonic und Pagan Black Metal. Gerade mal Anfang 20, legen die drei Recken dabei bereits beachtliche handwerkliche und insbesondere kompositorische Fähigkeiten an den Tag. Das Werk wirkt zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar, die acht Tracks (plus Intro) schallen insgesamt äusserst abwechslungsreich aus den Boxen.

Der grosse Mangel des Albums sind die Vocals. Sänger Philipp schreit derart herzzerreissend ins Mikro, wie man es wohl eher bei der depressiven Variante des Schwarzmetalls erwarten würde. Die Verzweiflung kauft man ihm zwar ohne weiteres ab, nur leider wirkt sie in Kombination mit dem Sound der Badener unpassend. Gesanglich würde ich mir eine Rückkehr zur auf „Wogen der Trauer“ angewandten Technik, eine Mischung aus (tiefem) Gekeife und Growls, wünschen. Konsequenterweise lautet mein Anspieltipp denn auch ‚Oneiros‘, wobei es sich notabene um ein Instrumental handelt. Besonders hervorzuheben gilt es ausserdem die zum Auftakt mit akustischer, später mit elektrischer Gitarre erzeugte Grundmelodie von ‚Wogen der Trauer‘ (der Track ist übrigens nicht auf der gleichnamigen EP enthalten), welche für wiederholte Gänsehautmomente sorgt.

Alles in allem gelingt Firtan mit „Niedergang“ ein kurzweiliges, sauber produziertes Debütalbum, welches, gemessen am Alter der Protagonisten, ein erstaunliches kompositorisches Niveau aufweist.

Am diesjährigen „Ragnarök Festival“ bewiesen die Jungs trotz ultrakurzer Spielzeit ihre Live-Qualitäten. Neugierig gewordene haben beispielsweise am Darktroll Festival, am Boarstream Open Air oder natürlich bei der „Album Release Show“ am 16.05.2014 in Lörrach die Gelegenheit, diese selbst zu überprüfen.

Hörbeispiele zu Firtan finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/channel/UCuaVtLaBhJuQTZOr_0ucAdg

geschrieben am 06.05.2014 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Firtan
Eigenproduktion

Eine Antwort zu “CD-Review: Firtan – Niedergang

  1. Pingback: CD-Review: Firtan – Innenwelt (EP) | Folkmetal.at

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