CD-Review: Abinchova – Wegweiser

Wegweiser

[Melodic Death/Folk Metal] – SAOL (2014)
Schweiz
Wohin des Weges?

Es beginnt, so wie immer, mit einem kleinen Wort. Zwar wurde diese Rezension zugegebenermassen nicht ‚Handgeschrieben‘, die ersten Zeilen des gleichnamigen Auftaktsongs vom zweiten Abinchova Album „Wegweiser“ schreien jedoch geradezu danach, die nachfolgenden Ausführungen einzuleiten.

Eineinhalb Jahre sind seit dem letzten Release der Zentralschweizer in die Lande gezogen. Eine Zeitspanne, in welcher sich das Besetzungskarussell gleich auf drei Positionen munter drehte. Am meisten ins Gewicht fiel dabei sicherlich der Ausstieg von Nicolas Sigrist (2013), welcher sich nebst dem Bedienen der Gitarre vor allem auch als erster Songschreiber der Band auszeichnete.

Diese Aufgabe wurde nun hauptsächlich von Ur-Gitarrist Dave übernommen. Das hat zur Folge, dass sich das Soundgewand Abinchovas zwar nicht grundlegend aber doch hörbar veränderte: Die Songstrukturen sind etwas vielschichtiger, die folkigen Elemente noch weiter in den Hintergrund verbannt und mit dem Rausschmeisser ‚Echo‘ wurde mal eben der bandeigene Rekord in Sachen Spieldauer gebrochen.

Auf dem Debüt „Versteckte Pfade“ noch arg kritisiert, erreicht das Septett auf „Wegweiser“ ein neues Level in Bezug auf die Soundqualität. Ja, selbst im Vergleich zum letzten Output „Handgeschrieben“ kann diesbezüglich noch einmal ein Fortschritt festgestellt werden. Bestes Beispiel hierfür ist der Track ‚Wandlung‘ der erwähnten 7“, welchen man für das Zweitwerk noch einmal neu eingespielte und der nun merklich wuchtiger aus den Boxen schallt. Verantwortlich für den Sound zeichnen sich übrigens Tommy Vetterlis (Coroner, Ex-Kreator) New Sound Studios, wo bekanntermassen auch die letzten Alben der Landsleute von Eluveitie aufgenommen wurden.

Was dem Album fehlt, ist ein „Hit“, also eine Art Signature-Track, mit welchem man den Grossteil der Konkurrenz in den Schatten stellt. Hier müssen Abinchova noch beweisen, dass sie im Stande sind, einen ebensolchen zu schreiben. Des Weiteren beschleicht einen gelegentlich das Gefühl, das eine oder andere Riff in ähnlicher Form schon einmal gehört zu haben. Ein etwas höherer Eigenständigkeitsgrad sowie ein Tick mehr Abwechslung werden sicherlich notwendig sein, um die nächste Ebene auf der Karriereleiter zu erklimmen. Insgesamt handelt es sich hierbei aber definitiv um Kritik auf hohem Niveau, denn wirkliche Schwächen weist das Werk keine auf. Der „Wegweiser“ zeigt eindeutig nach oben!

Hörbeispiele zu Abinchova finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/user/AbinchovaChannel

geschrieben am 11.08.2014 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Abinchova
SAOL

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