CD-Review: Grai – Mlada

grai_mlada

[Folk Metal] – Noizgate Records (2014)
Russland
Russische Seele im Metal Gewand!

Grai sind uns keine Unbekannten mehr. Wir konnten bereits 2 Alben „Warmot the bitter grass (Re-Release von 2009)“ und „O Zemle Rodnoy (2011)“ unter die Lupe nehmen.

Ganz überzeugten die zwei Tonträger unseren Rezensenten damals nicht. Obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt ein musikalisches Potenzial nicht zu leugnen war, fehlte das gewisse Etwas, um aus dem Schatten der zahlreichen russischen Produktionen zu treten. Was auch heute kein leichtes Unterfangen ist. So bringen immer noch jede Menge talentierte junge Bands gute Produktionen auf den Markt. Doch siehe da: „Mit dem neuesten Streich haben Grai einen großen Schritt nach vorne gemacht und treten plötzlich aus dem Schatten zahlreicher Bands hervor“.

Was auf den Produktionen zuvor noch etwas überhastet rüber kam, hat nun an Reife gewonnen. Abermals temperamentvoll, weiß man diesmal im richtigen Moment die Hast zu stoppen. So ergibt sich ein wunderbares Wechselspiel aus metallisch harten Klängen und gefühlvollen Folk Elementen. An vorderster Front stehen aber die Female-Vocals, die die Namen: „Irina Zybina“ und „Aliya Leta“ tragen. Kompliment, speziell in den ruhigen Passagen lassen diese verführerisch schönen Stimmen die Männerwelt nicht nur von den endlosen Weiten Russlands träumen. Spätestens mit den Growls von alias „Yuri Sadist“ wird diese wieder aus ihren Träumen gerissen.

Zu Beginn wird auf „Mlada“ nicht mit Härte gespart. Doch spätestens ab Mitte des Albums tritt der Folk mehr und mehr in den Vordergrund. Genau ab diesem Zeitpunkt zeigt sich die individuelle Stärke jedes einzelnen Musikers. Flöte, Dudelsack und Kaljuka sind unter anderem dafür verantwortlich, dass sich „Mlada“ mit Fortdauer der Spielzeit steigert. Grai finden zu ihrer wirklichen Stärke, der Gefühlsebene. Inhaltlich werden die Lieder von Natur, Seele, Heimat und Leidenschaft geprägt. Auch wenn die meisten westlichen Hörer die russischen Texte nicht verstehen können, so kann man mitschunkeln, mitfühlen – und natürlich auch mitbangen.

Insgesamt bringen es 9 Songs (u.a. das Instrumental ‚Fortress‘ und eine Ballade Namens ‚I will saw my sorrow‘) + 2 Bonustracks (darunter eine weitere herrliche Ballade – auch auf Video zu sehen: ‚In the arms of Mara‘ auf den Punkt: „So muss Folk Metal aus Russland klingen“. Nachdem der (richtige) Folk Metal immer mehr dem New Wave of Black Metal unter die Räder kommt, ist es umso erfreulicher, dass es Bands wie Grai gibt, die Abseits von schwarzen synthetischen Klängen dem folkloristischen Metal wieder Impulse geben. Dafür Danke und weiter so.

Hörbeispiele zu Grai finden Sie unter folgendem Link: http://grai.bandcamp.com

geschrieben am 11.09.2014 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Grai
Noizgate Records

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