CD-Review: Hexadar – Buried under Giants

Hexadar

[Accordion Extreme Metal] – Eigenproduktion (2014)
Deutschland
Stilwechsel!

Drei Jahre sind seit dem selbstbetitelten Debütalbum von Hexadar in die Lande gezogen. Und die hatten es im Falle der Niedersachsen offenbar in sich: auf dem Zweitling „Buried under Giants“ wurde stilistisch kaum ein Stein auf dem anderen gelassen.

Vom schwarz gefärbten Pagan Metal früherer Tage blieb anno 2014 praktisch nichts mehr übrig. Wäre da nicht das Akkordeon, man würde nicht glauben, dass hier dieselbe Band am Werk ist. Death Metal dominiert das Album, schwarzmetallische Passagen sind nur noch selten zu vernehmen. Das ehemals omnipräsente Akkordeon sorgt zwar immer noch hie und da für ein folkiges Aufbäumen, dessen Einsatz wurde jedoch ebenfalls merklich zurückgeschraubt.

Die Kritik am mangelhaften Sound des Erstlings haben sich Hexadar offenbar zu Herzen genommen. Wenn es ein Bezeichnung gibt, mit der „Buried under Giants“ am besten umschrieben werden kann, so lautet diese: groovig! Der Tieftonfraktion wurde hier endlich einmal jener Platz eingeräumt, welcher ihr ansonsten häufig verwehrt bleibt. Nervig hingegen ist die Abmischung der Snare-Drum, die lediglich in Form von Klickgeräuschen hörbar ist. Ein Mangel, der sich leider durch das gesamte Album zieht.

Von Konventionen halten Hexadar ganz offenbar nichts. Es braucht schon eine ordentliche Portion Mut erstens den eigenen Stil derart umzukrempeln und zweitens ein Akkordeon in ein Death/Black Metal Geflecht einzubauen. Während dieses Instrument im Folk und Pagan Metal regelmässig Verwendung findet, so war es im Extreme Metal (zumindest vom Rezensenten) bislang noch ungehört.

Der radikale Stilwechsel hat allerdings auch zur Folge, dass sich Hexadar in Zukunft eher nicht mehr für unser Magazin eignen werden. Es sei denn, das Sextett überrascht bei der nächsten Veröffentlichung abermals mit geändertem Soundgewand. Das Werk lässt den Schreiberling denn auch nach dem x-ten Hördurchlauf etwas ratlos zurück. Einerseits vermag es aufgrund der abwechslungsreichen Songstrukturen und des groovigen Sounds durchaus zu gefallen, andererseits bewegt es sich doch etwas zu stark ausserhalb meiner Komfortzone. Daher: Reinhören empfohlen!

Hörbeispiele zu Hexadar finden Sie unter folgendem Link:
http://www.youtube.com/channel/UCtEdEFAQWwPejlcWwEOKO-g

geschrieben am 05.10.2014 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Hexadar
Eigenproduktion

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