CD-Review: Myrkur – Myrkur [EP]

myrkur_myrkur

[Ambient Black Metal/Noise] – Relapse Records (2014)
Dänemark
Schwarzmetallische Emanzipation!

Myrkur ist ein isländischer Begriff für Dunkelheit. Stilistisch treffend, begeben wir uns auch in sehr dunkle Gefilde. Noch beachtenswerter ist allerdings die Erkenntnis, dass es sich dabei um ein weibliches Soloprojekt handelt. Dem nicht genug, bewegt sich Myrkur im erweiterten Genre des Black Metal. „Warum nicht?“ werden sich einige denken. Ist auch richtig so, aber wer mir auf der Stelle ein weibliches Soloprojekt im Black Metal Gewand nennen kann, der soll es mir bitte als Kommentar posten. Mir fällt spontan nichts dergleichen ein, ohne Onkel Google zu konsultieren.

Black Metal Puristen werden wieder einmal den Kopf schütteln. Möge ihnen dabei im Schweiße des Angesichts nicht die Schminke dahin schmelzen. Dass sich der Black Metal sowieso schon seit langem emanzipiert hat, sei nur nebenbei erwähnt. Was ist nun im Falle von Myrkur neu, bzw. anders? Gar nicht so viel. Die ehrgeizige Female-Musikerin bedient Gitarre, Bass und die Vocals, der Rest geht durch das übliche synthetische Prozedere. Hört sich plastisch an, ist es aber in der Ausführung bei weitem nicht. Der im Black Metal übliche männliche Krächzgesang wird durch weiblichen Chorgesang intelligent ersetzt. Die für das schwarze Genre üblichen verzerrten Riffs sind allgegenwärtig und verleihen dem Ganzen eine gute Mischung aus alter Tradition und neuen Impulsen. Das könnte vielleicht doch den einen oder anderen Puristen hinter dem Ofen hervorlocken. Die innovative Fraktion sowieso.

Myrkur verbindet viel Ambient mit düsteren Riffs und Noise Parts, die durchaus auch aus dem Sludge Bereich stammen könnten. Da muss der Hörer aber schon sehr ins Detail gehen. Besser er genießt die durchaus interessanten Machenschaften eines emanzipierten Black Metal Projektes. Ein Seitenhieb aus diversen Foren, der dem Projekt eine kommerzielle Ausschlachtung unterstellt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Derjenige möge aber auch daran denken, wo und ab wann solche Dinge beginnen, bzw. welchen Bands so etwas schon lange unterstellt wird. Eines ist nicht zu leugnen: „Der Werbeauftritt im Netz ist sehr professionell gestaltet“. Auch ich konnte dem nicht widerstehen und bestellte mir über das amerikanische Label eine limitierte Vinyl-Ausgabe. Dazu gibt es noch als „Give away“ den Gratis-Download Code für eine digitale Version 😉 Tipp: Auf Schallplatte hört es sich noch düsterer und verzerrter an.

Insgesamt sieben kurz gehaltene Tracks vervollständigen die EP (Laufzeit 24 Minuten). Einflüsse von (alten) Ulver und Burzum sind nicht zu leugnen. Leute, die auf innovativen Black Metal stehen, der in Richtung Depressive, Ambient, Dark sowie Noise geht, werden ihre Freude mit den interessanten Machenschaften von Myrkur haben.

Hörbeispiele zu Myrkur finden Sie unter folgendem Link: http://myrkur.bandcamp.com/

geschrieben am 13.10.2014 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Myrkur
Relapse Records

Eine Antwort zu “CD-Review: Myrkur – Myrkur [EP]

  1. Pingback: CD-Review: Myrkur – M | Folkmetal.at

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s