CD-Review: Cruachan – Blood for the Blood God

cruachan_2015

[Folk Metal] – Trollzorn (2014)
Irland
Die Rückkehr der Genre-Mitbegründer!

Wer sich mit der Geschichte des Subgenres Folk Metal befasst, stösst unweigerlich auf den Namen Cruachan. Bereits Anfang der 90er und demnach lange bevor ihnen dies z. B. Eluveitie gleichtaten, vermischte diese aus Dublin stammende Band irisch-keltische Folklore mit Metal.

Passend zur damaligen Zeit waren die metallischen Elemente vom Black Metal geprägt. Nach zwischenzeitlichen Ausflügen in Richtung traditionellen Heavy Metal konnte bereits auf dem Vorgänger „Blood on the Black Robe“ (2011) eine Rückkehr in schwarzmetallische Gefilde festgestellt werden. Ein Trend, welcher sich auf dem nunmehr siebten Album „Blood for the Blood God“ fortsetzt.

Die grosse Stärke der Iren ist die Vertonung bekannter Folk Songs der grünen Insel im Metal-Gewand. Auf dem neusten Werk findet sich mit ‚The Marching Song of Feagh MacHugh‘ (in unseren Breitengraden besser bekannt unter dem Titel ,Follow me up to Carlow‘) wiederum eine äusserst gelungene Umsetzung in der langen Liste dieser Tradition. Es spricht allerdings für sich, dass dieser an fünfter Stelle stehende Track den ersten wirklich erwähnenswerten darstellt. Nach dem kurzen Intro wird nämlich eher durchschnittliche Kost serviert. Schmerzlich vermisst wird in den vornehmlich durch die Geige erzeugten Folk-Elementen das typisch irische Flair.

Glücklicherweise vermögen sich Cruachan in der zweiten Albumhälfte zu steigern. Das Instrumental ‚Gae Bolga‘ weist einen flotten Grundrhythmus auf und klingt auf einem sonst eher düsteren Werk fast schon fröhlich. Weiter hervorzuheben ist der Song ‚Perversion, Corruption and Sanctity – Part 1‘, welcher ein starkes Grundriff aufweist. Durch Einsatz von Geige und Clean-Gesang kommt hier zudem der folkige Kontrast sehr schön zur Geltung. Der instrumentale zweite Part von ‚Perversion, Corruption and Sanctity‘ stellt ein gutes Beispiel für den eingangs erwähnten, wieder lieb gewonnen schwarzmetallischen Einfluss der Band dar und zählt zweifellos ebenfalls zu den Highlights des Werkes.

Auf der Bonus Disc der limitierten Artbook Edition ist nebst zahlreichen Demo-Versionen (z. T. auch von der Aufnahmesession zu „Blood on the Black Robe“) zusätzlich ein Remake des Tracks ‚Pagan‘ (vom gleichnamigen 2004er Album) enthalten.

Aufgrund der Tatsache, dass ich dank Cruachan den Folk Metal überhaupt erst für mich entdeckte, sind die Iren meiner Meinung nach die DIE Celtic Folk Metal Band schlechthin. Daher besteht einerseits die Gefahr, dass ich bei allem, was die Band betrifft, nicht immer hundertprozentig objektiv bleibe. Andererseits bin ich vielleicht aber, gerade weil ich den Backkatalog sehr gut kenne und schätze, einer ihrer härtesten Kritiker.

Wie dem auch sei, „Blood for the Blood God“ hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck: zwar eindeutig besser als der erste Teil der Blood-Trilogie, vermag das Album nicht an Glanztaten wie „Folk-Lore“ aus dem Jahre 2002 anzuknüpfen. In einigen Songs zeigen die Recken um Mastermind Keith Fay die Brillanz vergangener Tage. Insgesamt weist das Werk aber zu viele Lückenfüller auf und vermag deshalb und auch aufgrund der eher drucklosen Produktion nicht höher zu punkten.

Hörbeispiele zu Cruachan finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/user/cruachankeith/videos

geschrieben am 19.11.2014 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Cruachan
Trollzorn

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