CD-Review: Morlas Memoria – Follow The Wind

morlas memoria_follow the wind

[Symphonic Female Metal] – Eigenproduktion (2014)
Deutschland
Bekanntes neu verpackt!

Wenn man in der Metalszene am liebsten auf der Schiene des Symphonic-Metal fährt und Nightwish einen von Anfang an sehr geprägt hat, dann ist es mitunter sehr schwer, Bands zu finden, bei denen nicht sofort der Verdacht einer ‚billigen Kopie‘ aufkommt.

Größen gibt es nur wenige und noch weniger der kleinen Bands schaffen es heutzutage, sich zu behaupten. Umso mehr freut es mich, dass Morlas Memoria sicher einen sehr guten Weg eingeschlagen haben.

Der erste Track des Albums, ‚The Mirror‘, lässt sofort Erinnerungen an Nightwishs Anfänge aufkommen – allerdings ohne das Gefühl einer ‚billigen Kopie‘. Der Song ist eigenständig und hat sowohl härtere Passagen als auch sehr melodische Elemente, welche mein Symphonic-Herz höher schlagen lassen.

Fast durchlaufend geht es zu Track Nummer zwei, ‚Sphinx‘, welcher die Hauptmerkmale von Metal gepaart mit Opern-Gesang deutlich hervorhebt, ohne jedoch, dass eines der beiden Elemente untergehen würde, wie dies bei sehr vielen Bands, die ebenjenes versuchen, der Fall ist.

Der kürzeste Song des Albums ist ‚Silence‘, eine sanft beginnende Ballade, die zum Träumen bewegt. Ab ca. der Hälfte beweist dieser Song, dass er Elemente des Metal besitzt und den Zuhörer richtig mitreißen kann. Gesang sucht man hier vergeblich.

Die zweite Hälfte des Albums legt deutlich an Härte und Schnelligkeit zu, was sofort mehr Spannung rein bringt. Dadurch, dass die Songs alle recht kurz gehalten sind – im Schnitt an die drei Minuten – kommt kaum Eintönigkeit auf, allerdings bemerkt man bei manchen Titeln den Wechsel nicht. Etwas mehr Eigenständigkeit der einzelnen Songs wäre hier wünschenswert gewesen, was man jedoch sehr schnell verzeiht, wenn der nächste neue Abschnitt an der Reihe ist.

Ein weiteres besonderes Merkmal ist, dass die Songtexte nicht durchgehend in Englisch gehalten sind, sondern sich durchaus auch deutsche Passagen reinschmuggeln. Dies sorgt für Abwechslung und verhindert, dass die Titel nebenbei ‚überhört‘ werden können.

Balladen werden, mit Ausnahme von ‚Silence‘, im Album eher ausgelassen, doch sorgt die melodische und trotzdem kräftige Stimme von Frontfrau Leandra Johne für genug Symphonic-Einfluss, so dass die ruhigeren Passagen kaum vermisst werden. Der eigentliche Metal sowie die epischen Passagen kommen dank Schlagzeug, Keyboard oder Flöten sicher nicht zu kurz.

Die Band aus Dresden steht noch am Anfang ihrer Laufbahn, aber ich denke, sie sind auf dem richtigen Weg. Mit „Follow The Wind“ haben sie einen guten Start hingelegt, man darf neugierig sein, was einen in Zukunft erwarten und wie sich die Band weiterentwickeln wird. Schön wäre es, wenn sie es schaffen würden, ihre Eigenständigkeit beibehalten zu können und nicht zu einer Kopie von Nightwish, Epica & Co werden.

Hörbeispiele zu Morlas Memoria finden Sie unter folgendem Link: http://youtu.be/gxlAvnVYDmw

geschrieben am 17.12.2014 von tamara@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Morlas Memoria
Eigenproduktion

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