CD-Review: Negura Bunget – Tau

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[Progressive/Pagan Black Metal] – Lupus Lounge (2015)
Rumänien
Neue Welten!

Personalrochaden gab es bei den Rumänen schon des öfteren. 2013 folgte jedoch ein totaler Umbruch. Bis auf Gründer Negru wurden sämtliche Band-Mitglieder ausgetauscht. Die Personalliste in der Bandhistorie liest sich schon fast so lang wie bei Deep Purple oder Black Sabbath. Mit dem feinen Unterschied, dass es N.B. erst seit 1995 gibt.

Was die Wechsel bisher nie bewirkten, war ein Stilbruch. Dieser wird nun mit „Tau“ vollzogen. Allerdings in einer Art und Weise, die bei einigen Anhängern der alten N.B. Fraktion nicht nur positive Reaktionen hervorruft. Wohl können sich Negru und Konsorten weiterhin das Gütesiegel des Abstraktums umhängen, aber es ist nicht mehr diese archaische Gelassenheit und Tiefe wie die früherer Werke. „Tau“ hingegen wirkt wesentlich synthetischer.

Zitate im Vorfeld des Albums von Lupus Lounge klangen vielversprechend: „Tau“ markiert den Auftakt zu Negura Bungets ambitionierter „Transilvanian Trilogy“, einem akustischen wie visuellen Tribut an die Heimat der Band. Während im vorliegenden ersten Teil die rumänische Natur im Fokus steht, werden Teil zwei und drei thematisch der Mensch mit seinen Sitten und Bräuchen sowie spirituelle Elemente zugrunde liegen. Jeder Song steht für eine spezifische Naturlandschaft mit ihrer einzigartigen Stimmung und Mystik, ihren Legenden und Bedeutungen. Die Vertonung erfolgt zu großen Teilen in Negura Bungets vertrautem Klangspektrum mit urtümlich harschen Black-Metal-Elementen und ihren meditativ-folkloristischen Antipoden. Weiter wird auf Trompete und Blechbläser aufmerksam gemacht, welche die akustische Bandbreite auf originelle Weise erweitern sollen.

Die Wahrheit liegt auf dem Plattenteller und die kann die Lobeshymnen nicht rechtfertigen. Bisher war Negura Bunget immer ein Anwärter für eine Höchstpunktzahl, aber „Tau“ kann mit den Vorgängern nicht mithalten. Eventuell bedarf es noch einiger weiterer Durchläufe, um am aktuellen Tonträger gefallen zu finden und vielleicht ist eine totale Abkehr von der Vergangenheit notwendig, um das Neue zu akzeptieren. Musikalisch bewegen sich die Rumänen durchaus auf einem hohen Level, aber der Funke muss auch überspringen. Doch genau das tut er auf „Tau“ leider nicht allzu oft. Negura Bunget zieht es in progressive Gefilde der Siebziger. Irgendwie klingen sie wie die härteren Omega, welche ins neue Jahrtausend versetzt wurden (kennt die überhaupt noch wer?).

Lichtmomente sind durchaus auf dem 8-Tracker zu finden, so z.B.: ‚Taram Valhovnicesc‘. Insgesamt reicht es aber nur zu einem mittelmäßigen Album. Ich hoffe, dass der zweite Teil der Trilogie N.B. wieder zu gewohnter Stärke führt.

Hörbeispiele zu Negura Bunget finden Sie unter folgendem Link: http://www.reverbnation.com/negur%C4%83bunget

geschrieben am 26.3.2015 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 7 von 15
Punkte (Gesamt): 8 von 15
Informationen: Negura Bunget
Lupus Lounge

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