CD-Review: Harpyie – FreakShow

harpyie__freakshow

[Medieval] – Metalville (2015)
Deutschland
Ist der Name Programm?

Mittelalter Rock/Metal lässt sich grob in drei Phasen aufteilen: Nach den Genre-Vorreitern In Extremo, Subway to Sally und Corvus Corax/Tanzwut folgte um die Jahrtausendwende eine zweite Welle mit Formationen wie Saltatio Mortis, Schelmish, Cultus Ferox und Rabenschrey. Zu den Vertretern der dritten Generation gehören u.a. Harpyie aus Nordrhein-Westfalen.

2011 gegründet, veröffentlichte das Sextett nur wenig später sein Debüt „Blindflug“, welches bei unserer Rezensentin einen eher zwiespältigen Eindruck hinterliess. Flog der Zweitling „Willkommen im Licht“ (2013) noch unterhalb unseres Radars, wird nun an dieser Stelle das am 18. September 2015 veröffentlichte Drittwerk „FreakShow“ näher beleuchtet.

Der Name Harpyie stammt aus der griechischen Mythologie und beschreibt ein Wesen, welches den Körper eines Greifvogels, einen Frauenkopf sowie Vogelflügel aufweist. Insofern passt der Albumtitel schon mal ganz gut zum Bandnamen.

Im Unterschied zum Grossteil der Dudelsackkonkurrenz sind Harpyie in musikalisch härteren Gefilden beheimatet. Die Gitarren und Drums grooven ganz schön heftig und stellen dabei einen interessanten Kontrast zu Aellos cleanem, in den Refrains häufig fast schon poppigen Gesang dar. Letzterer konnte überdies seine stimmlichen Fähigkeiten im Vergleich zum Debüt erfreulicherweise deutlich ausbauen.

Obwohl durch den Einsatz von symphonischen Elementen, Sprechgesang oder elektronischen Einschüben um Kurzweil bemüht, wiederholen sich die Songs mit Fortdauer des Werks doch recht stark im Aufbau sowie aufgrund ähnlicher Melodieführung. Einzig ‚Goblin‘ sticht wegen seinem phasenweise soundtrackartigen Charakter und den Hammond-Orgel-Klängen positiv aus dem gängigen Raster. Dieser Umstand ist nicht etwa einem Zufall entsprungen, der Track wurde tatsächlich für einen Film („Goblin 2“) komponiert.

Produktionstechnisch gibt es an „FreakShow“ rein gar nichts auszusetzen. Simon Michael Schmitt, der vielen als Drummer von Subway to Sally bekannt sein dürfte, überwachte den Aufnahmeprozess und bastelte Harpyie einen druckvollen Sound, in welchem sämtlichen Instrumenten ausreichend Geltung eingeräumt wird.

Fazit: Eine FreakShow stellt das Album allerhöchstens aufgrund der textlichen Inhalte (Titel wie ‚Monster‘, ‚Das Zweigesicht‘ oder ‚Wahnsinn‘ sprechen Bände) dar. Woran die Ostwestfalen jedoch noch zu werkeln haben, ist der Abwechslungsreichtum innerhalb einer Scheibe: zu stark ähneln sich die Songs derzeit noch untereinander. Darüber hinaus haben sich Harpyie aber durchaus positiv entwickelt und bringen durch die für dieses Genre aussergewöhnliche Gitarrenarbeit gar etwas Innovation in den ansonsten eher festgefahrenen Mittelalter Rock Bereich.

Hörbeispiele zu Harpyie finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/user/harpyietube

geschrieben am 04.12.2015 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Harpyie
Metalville

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