CD-Review: Nidhoeggr – Nach der Schlacht

nidhoeggr_2015

[Folk Metal/Viking Metal] – Eigenproduktion (2015)
Schweiz
Huldigung der eigenen Vorbilder!

Über dieses aus der Hauptstadtregion stammende Sextett berichteten wir bereits anlässlich der Veröffentlichung der EP „Ragnarök’n’Roll“ (2013) sowie im letzten Frühjahr beim Release der Single „Sturmwind“. Seit Ende 2015 haben die Jungspunde (Durchschnittsalter 23 Jahre) nun ihr Debütalbum „Nach der Schlacht“ am Start.

Die drei Lieder der „Sturmwind“-Single fanden als Neuaufnahmen genauso wie neun weitere reguläre Tracks und ein Bonussong den Weg auf diesen full-length Einstieg, welcher die respektable Spielzeit von fast einer Stunde aufweist und in einem schicken Digipak aufgemacht ist.

Das Hauptproblem von „Nach der Schlacht“ liegt darin, dass die Scheibe wie eine Compilation einiger musikalischer Vorbilder der Jungs (im Detail auf der bandeigenen Homepage nachzulesen) wirkt. Eine Auswahl der teilnehmenden Bands: Amon Amarth (Gitarrenmelodien); Finsterforst (Akkordeon imitierende Keyboardklänge im Titeltrack); Korpiklaani (die Idee, mit dem ‚Jägermeister‘ ein alkoholisches Getränk zu besingen); Finntroll (bei ‚Wolfssage‘ und ‚Jägermeister‘); Ensiferum (Chöre und Gitarren bei ‚Schicksal‘, Folkinstrument-Imitation und neuerlich die galoppierenden Gitarren bei ‚Vergeltung‘); Svartsot (beim Instrumental ‚Mittsommer‘ – meines Erachtens übrigens der beste Track des Albums).

A propos Chöre: ein Stilmittel, welches Nidhoeggr ruhig häufiger einsetzen dürften. Janos ausschliesslich deutsche Growls erklingen zwar kernig aus den Boxen, wirken aber mit fortlaufender Dauer etwas monoton. Mit Cleangesang oder eben vermehrten Chorpassagen könnte hier für mehr stimmliche Abwechslung gesorgt werden.

Den Vogel schiessen die Recken jedoch mit dem Bonussong ‚Waidmanns Heil‘ ab. Na, klingelts? Genau, Nidhoeggr haben sich tatsächlich an einen Rammstein-Track herangewagt und diesen kurzerhand in eine Humppa-Metal Version(!) umgewandelt. Zwar klingt diese durchaus originell und verharrt trotz Humppa-Elementen erstaunlich nahe am Original, passt aber so überhaupt nicht zu den übrigen Tracks des Werkes. Hier hätte man besser zum Song ‚Sword Bearer‘ gegriffen, mit welchem die Berner 2014 bei der Ensiferum Akkord Challenge teilnahmen – und gewannen!

Lange Rede, kurzer Sinn: Nidhoeggr präsentieren mit „Nach der Schlacht“ ein unterhaltsames, sauber produziertes Debütwerk. Der grosse Mangel: man huldigt zu stark seinen Idolen und bringt (noch) zu wenige eigene Ideen und Elemente in die Songs ein. Diesbezüglich müssen sich die Eidgenossen in Zukunft deutlich steigern.

Hörbeispiele zu Festung Nidhoeggr finden Sie unter folgendem Link: https://www.youtube.com/playlist?list=PLbcRY0fKWf5uEDnGvycoRtaOqoui2HxEi

geschrieben am 10.03.2016 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Nidhoeggr
Eigenproduktion

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