CD-Review: Gaoth – Dying Season’s Glory

GAOTH_DYINGSEASONSGLORY

[Atmospheric/Post Black Metal] – Eigenproduktion (2016)
Irland
Do it yourself!

Vermutlich existieren in keinem anderen Bereich so viele Einmann-Projekte wie im Black Metal. Die Qualitäts-Bandbreite dieser reicht dabei vom uninspirierten Vorzimmer-Geschrammel bis hin zu genialen Outputs, die sich teilweise gar zu Genre-Klassikern mauserten. Mit Gaoth aus der Republik Irland schickt sich nun ein weiterer Einzelkämpfer an, mit seinem Debüt „Dying Season’s Glory“ etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Hinter Gaoth (Alt-Irisch Gáeth, was so viel wie Wind oder Sturm bedeutet) versteckt sich Fionn Stafford (F. S.), den Folk Metal Fans möglicherweise von seiner Tätigkeit als Gitarrist bei Celtachor kennen.

Das eigens verliehene Etikett Atmospheric / Post Black Metal könnte Gaoths Sound kaum besser umschreiben. Tatsächlich lässt sich dieser irgendwo in der Schnittmenge von Sólstafir / Agalloch und Darkspace verorten. F. S. geht dementsprechend melodisch zu Werke und bewegt sich dabei weitestgehend im Mid-Tempo Bereich. Nur selten bricht dezente Raserei in Form von Blast-Beats aus. Stattdessen gibt sich Gaoth naturverbunden, was sich einerseits im Album- bzw. den Songtiteln, andererseits durch sphärisches Wind- oder Wasserrauschen, Vogelgesänge und ähnliche Naturgeräusche zwischen den jeweiligen Songs äussert.

Etwas repetitiv wirkt der eingesetzte Synthie – der damit erzeugte Soundteppich im Hintergrund klingt beim Grossteil der Songs doch sehr ähnlich. Darüber hinaus weiss F. S. jedoch insbesondere mit seinen Gitarrenriffs für viel Atmosphäre, und mit dem wunderschönen Piano-Thema in Track 4 ‚Will Of Mountains‘ (Anspieltipp!) sogar für einen Gänsehaut-Moment zu sorgen.

Die Lyrics werden in erster Linie in Form von verzweifeltem Schreigesang intoniert, gelegentlich (so beispielsweise im Titeltrack) greift F. S. aber auch auf seine Clean-Stimme zurück. Diese kann sich absolut hören lassen und man fragt sich unweigerlich, wieso jenes Stilmittel nicht häufiger eingesetzt wurde.

Produktionstechnisch fällt einzig der eingesetzte Drum Computer negativ auf: dieser wurde derart suboptimal programmiert, dass die „Bass-Drum“ kaum hörbar ist. Darüber hinaus bewegt sich das Werk, welches F. S. komplett selbst geschrieben, eingespielt, produziert und gemixt hat, aber auf einem mehr als ansprechenden Niveau.

Nebst seiner Passion als Musiker betätigt sich F. S. (an der Seite seines Celtachor-Buddies Robert Macdomhnail) auch als Statist in Filmgeschäft. So wird er z. B. in der fünften Staffel von „Vikings“ zu sehen sein.

Hörbeispiele zu Gaoth: https://gaoth.bandcamp.com/releases

geschrieben am 30.06.2016 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Gaoth
Eigenproduktion

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