CD-Review: Belenos – Kornôg

belenos_2016

[Pagan Black Metal] – Northern Silence Productions (2016)
Frankreich
Be Breizh!

Der Bretone Loïc Cellier gründete vor über 20 Jahren die Band Belenos, deren Name für den keltischen Gott der Sonne steht. Obwohl, die Bezeichnung „Band“ trifft hier eigentlich nicht wirklich zu. Zwar scharte der Mastermind in der Vergangenheit vereinzelt weitere Bandmitglieder um sich, letztlich ist Loïc jedoch Belenos – und umgekehrt. So wurde „Kornôg“ (bretonisch für „Westen“), das bereits siebte Studioalbum, fast komplett von ihm alleine eingespielt. Ganz ohne dabei auf Tricksereien wie z. B. einen Drumcomputer zurückzugreifen.

Entstanden ist dabei ein prächtiges Stück heidnischer Schwarzmetal: melodische Riffs wie beispielsweise im epischen ‚D’an usved‘ (dieser Track vereint die Essenz von Belenos in einer Spieldauer von fast 13 Minuten – definitiv DER Anspieltipp!) bilden seit jeher die grosse Stärke von Cellier. Die punktuell eingesetzten Chorgesänge reichern dabei das Soundgewand ebenso an wie die Geige, welche hin und wieder zu vernehmen ist. Mit fröhlichem Gefiedel hat der Kelte jedoch nichts am Hut: die Tracks sind atmosphärisch, melancholisch und dezent düster gehalten. Gelegentliche Blast-Beat und Double-Bass Eruptionen bringen Abwechslung und sorgen dafür, dass auch bei einer fast einstündigen Spielzeit keine Langeweile aufkommt.

Die Vocals sind ausnahmslos in Bretonisch gehalten und dementsprechend schwer verständlich. Die Sprache ist mit dem Kornischen und Walisischen verwandt und hat demnach keine Gemeinsamkeiten mit Französisch. Loïc variiert dabei geschickt zwischen Gekeife, Growls, Clean- und dem bereits erwähnten Chorgesang. Und im Auftakt zu ‚Amorika ‚ kommt gar eine liebliche Frauenstimme zum Einsatz. Thematisch widmet sich das Werk den Meereslegenden der westfranzösischen Region.

Belenos veröffentlichen seit Mitte der 90er konstant qualitativ hochwertigen Pagan Black Metal. Obwohl die Releases meist gute bis hervorragende Kritiken erhielten, ist der Bekanntheitsgrad der Band nach wie vor eher beschränkt. Möglicherweise liegt dies an der Tatsache, dass die Bretonen in der Vergangenheit nicht allzu häufig live in Erscheinung getreten sind. Cellier besitzt aber mittlerweile seit einigen Jahren ein konstantes Live Line-up, was ihm beispielsweise Gigs am Hellfest oder der letzten Ausgabe des Fimbul Festivals (2012) bescherte. Bleibt zu hoffen, dass dank „Kornôg“ die Hörerschaft deutlich erweitert werden kann. Verdient wäre dies alleweil!

Hörbeispiele zu Belenos finden Sie unter folgendem Link: https://belenos.bandcamp.com/

geschrieben am 04.09.2016 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Belenos
Northern Silence Productions

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