CD-Review: Higurd – Egozentrik

higurd_egozentrik

[Experimental Black Metal] – Wolfmond Production (2016)
Deutschland
Zweiter Streich

Higurd veröffentlichten 2013 ihr höchst unkonventionelles Debüt „Gedankensturm“. Zwi-schenzeitlich erblickte im Jahr 2015 eine EP namens „Totgeglaubt“, welche jedoch unter unserem Radar flog, das Licht der Welt. Am 10. Oktober 2016 präsentieren die mittlerweile zum Duo geschrumpften Thüringer nun also ihr Zweitwerk „Egozentrik“.

Schon beim ersten Hördurchlauf drängen sich zwei Merkmale in den Vordergrund: erstens scheuen Higurd auch anno 2016 nicht vor stilfremden Elementen zurück. So streuen die ver-bliebenen Bandmitglieder Nargathrond und Morbid auch mal einen lockeren Off-Beat (bei ‚Du bist tot – Teil 2‘) oder stampfende Neue Deutsche Härte-Rhythmen in bester Rammstein Manier (‚Entweiht‘) ein. Zweitens fällt die massiv verbesserte und differenziertere Produktion im Vergleich zum Erstling auf.

Darüber hinaus kredenzen Higurd dem geneigten Hörer aber vorwiegend Stücke, die sich eher im herkömmlichen Black Metal Bereich bewegen. Ja, man könnte sogar die Aussage wagen, dass die Experimentierfreudigkeit im Vergleich zu „Gedankensturm“ insgesamt etwas abgenommen hat. Sägende Gitarren und Blast-Beat Passagen lassen sich jedenfalls häufig in den 36 Minuten Gesamtspielzeit von „Egozentrik“ finden. Auch textlich spricht in ‚I am the Night‘ eine Zeile wie „Pure Blackness is my Ecstasy; this Sun – my oldest Enemy“ doch für mehr als nur eine gewisse (Rest-)Trveness und stellt klar, dass es sich bei Higurd keineswegs um eine Spassband handelt.

Gastbeiträge gibt es ebenfalls wieder zu verzeichnen: bei ‚Minusmensch‘ sang Nattulv von Festung Nebelburg einen Clean-Vocal Part ein. Die Guest Vocals bei ‚Herz‘ stammen aus-serdem vom Ex-Higurd Sänger und Day’s End Mastermind Nero. Kaum verwunderlich, dass dieser Track daher noch am ehesten ans Debütalbum erinnert.

Higurd waren und bleiben eine Band, welche bei Black Metal-Puristen wohl eher kein Gehör findet. Wer aber sein schwarzes Süppchen gerne auch mal etwas ungewöhnlicher gewürzt geniessen möchte, sollte „Egozentrik“ mindestens antesten.

Fazit: Steigerung gegenüber dem Erstwerk!

Hörbeispiele zu Higurd: http://www.youtube.com/channel/UCcgEgf43ubLG_SNW7p8MC-A

geschrieben am 01.11.2016 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Higurd
Wolfmond Production

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