CD-Review: Árstíðir lífsins – Heljarkviða EP

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[Pagan Black Metal] – Ván Records (2016)
International
Nordische Tonkunst in zwei Kapiteln

Vor zwei Jahren erschien mit „Aldafǫðr ok munka dróttinn“ das Drittwerk dieses deutsch-isländischen Konglomerats. Stéfan (Kerbenok, Helrunar [live]), Marsél (Helrunar) und Árni (Carpe Noctem, Helrunar [live]), die drei Köpfe hinter Árstíðir lífsins (nachfolgend A. L.), waren in der Zwischenzeit jedoch nicht untätig, sondern veröffentlichten in gleicher Besetzung mit Marséls Dark Folk Projekt Wöljager das Album „Van’t Liëwen un Stiäwen“.

Was andere Bands als full-length Album veröffentlichen, bezeichnen A. L. ganz bescheiden als EP. Sicher, „Heljarkviða“ enthält lediglich zwei Songs. Da diese aber eine Spielzeit von über 40 Minuten erreichen, hätte das Werk durchaus den Status eines vollwertigen Albums verdient.

Thematisch handeln die beiden Tracks von Helheim, dem Königreich der Totengöttin Hel. Musikalisch wurde dabei der Versuch unternommen, die Stimmung dieses beklemmenden, düsteren mythologischen Ortes einzufangen.

Gerade in den von Streichinstrumenten getragenen Passagen (insbesondere beim Einstieg und Ausklang) fühlt man sich stark an Wöljager erinnert. Zwischen diesen ruhigeren, folkigen Abschnitten bricht immer wieder schwarzmetallische Raserei, mit Blast-Beats, harsh-Vocals und sägenden Gitarren aus. Als düster kann der Sound auf „Heljarkviða“ aber nur bedingt bezeichnet werden: Die akustischen Passagen wirken eher schwermütig während die Black Metal Parts das Chaos heraufbeschwören.

A. L. schreiben keine Songs zum Methorn heben und Odin brüllen. Eingängige Melodien sucht man hier vergebens, die überlangen Kompositionen verlangen dem Hörer einiges ab. Gleichzeitig laden diese aber auch ein, sich eingehend mit dem Dargebotenen zu beschäftigen. Selbst wenn man der altnordischen Sprache nicht mächtig ist, hängt man Marsél, der als Erzähler durch die Geschichte führt, förmlich an den Lippen.

Letztlich wirkt „Heljarkviða“ aber in seiner Gesamtheit doch ein bisschen (zu) sperrig. Auch ist das Werk (vermutlich der Thematik geschuldet) arm an Melodien – man vermisst die Leads, welche „Aldafǫðr ok munka dróttinn“ doch um einiges zugänglicher gestalteten. Obwohl dies Kritik auf hohem Niveau darstellt, schneidet der neuste Output schliesslich, aus den genannten Gründen, leicht weniger gut ab als sein Vorgänger.

Seit 2010 veröffentlichen A.L. nun bereits regelmässig hochwertige Musik. Es ist an der Zeit, dass diese Band endlich die Aufmerksamkeit erhält, welche ihr zusteht. Daher: kauft euch diese Scheibe (und den gesamten Backkatalog am besten gleich dazu)!

Hörbeispiele zu Árstíðir lífsins: https://soundcloud.com/arstidirlifsins

geschrieben am 03.01.2017 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Árstíðir lífsins
Ván Records

 

 

 

 

 

 

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