CD-Review: Ithilien – Shaping the Soul

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[Folk Metal] – Wormholedeath / Aural Music (2017)
Belgien
Zweiter Streich!

Seit dem Debüt „From Ashes to the frozen Land“ (2013) haben Ithilien an der Folkinstrumentenfront ordentlich aufgestockt. Zum früheren Bandgefüge, bestehend aus handelsüblicher Metalbesetzung plus Flöte und Dudelsack, wurden mit Sabrina und Myrna eine Drehleier- resp. Geigenspielerin integriert. Somit setzen sich die Belgier nun fast identisch zusammen wie Eluveitie, mit welchen bereits eine Nordeuropa- und Japantour absolviert werden konnte.

Im Pressetext wird festgehalten, Ithilien seien aufgrund ihres Konzepts „more than just another folk metal band“. Der Opener ‘Blindfolded’, wie auch gelegentlich die nachfolgenden Songs, erinnern jedoch stark an die zuvor erwähnten Helvetier. Im Unterschied zu den Eidgenossen reichert die in Brüssel beheimatete Band ihre Mischung aus Melodic Death Metal und Folk Musik zusätzlich mit Elementen aus dem Metalcore an, womit im Vergleich zum Debüt stilistisch eine ziemliche Veränderung vollzogen wurde. Konsequenterweise wird der eigene Stil daher mittlerweile auch als Folkcore bezeichnet.

Wie es der Titel erahnen lässt, handelt die Scheibe davon, wie sich die menschliche Seele bildet. Nach Ithiliens Auffassung sind es in erster Linie Trauer, Verlust und (seelischer) Schmerz, die hierbei eine Hauptrolle einnehmen. Das klingt nun fast so, als wären die zehn Tracks leicht melancholisch oder gar depressiv angehaucht. Hier kann Entwarnung gegeben werden: Die Melodieführung ist im Gegenteil eher fröhlich und gipfelt diesbezüglich im Rausschmeisser ‘The Bear Dance’ (dt. Bärentanz; interpretiert u. a. bereits von Corvus Corax oder Saltatio Mortis – bei Letzteren unter dem Titel ‘Veitstanz’).

Das Album weist eine saubere, organische Produktion auf, bei welcher sämtlichen Instrumenten genügend Raum zur Entfaltung gewährt wurde. Störend wirkt dagegen der Umstand, dass das von den Folkinstrumenten getragene Instrumental ‘Emma’ massiv lauter als die übrigen Tracks der Scheibe aus den Boxen erklingt.

Auch aus kompositorischer Sicht weiss „Shaping the Soul“ zu überzeugen: Einerseits harmonieren die einzelnen Songs gut miteinander. Andererseits legten die Belgier beim Songwriting aber auch Wert auf möglichst abwechslungsreiches Liedgut (z. B. bezüglich Tempovariation), so dass während den knapp 50 Minuten Spielzeit beim Hörer keinerlei Langeweile aufkommt.

Fazit: Gelungenes Zweitwerk, bei welchem bezüglich Eigenständigkeit noch Luft nach oben besteht.

Hörbeispiele zu Ithilien:
http://www.youtube.com/ithilienmusic

geschrieben am 05.02.2017 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Ithilien
Wormholedeath / Aural Music

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