CD-Review: Myrkgrav – Takk og farvel; tida er blitt ei annen

Myrkgrav - Takk og farvel; tida er blitt ei annen COVER.jpg

[Folk / Black Metal] – Eigenproduktion (2016)
Norwegen
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Obwohl seit dem Debüt “Trollskau, skrømt og kølabrenning” 10 (!) Jahre verstrichen sind, war Myrkgrav irgendwie doch immer präsent. Sei es durch kleinere Releases wie die ‘Sjuguttmyra’ Split 7” mit Voluspaa (2011 – zwei Jahre später mit Bonustracks digital wiederveröffenlicht), die Single ‘Vonde Auer’ (2014), welche bei uns im Short-Review besprochen wurde oder durch die abgehaltene Listening Session bei der 2012er Ausgabe des Ragnarök Festivals.

Nun erscheint also endlich Album Nr. 2. Damit hat es sich dann aber auch schon fast mit den guten Nachrichten: Der Titel (zu deutsch: “Danke und machts gut; die Zeiten haben sich geändert”) spricht eine deutliche Sprache. Wir müssen uns damit abfinden, dass die vorliegende Scheibe mit grösster Wahrscheinlichkeit das Abschlusswerk des Einzelkämpfers Lars Jensen darstellt. Darin verabschiedet sich der Norweger mit einem Feuerwerk bestehend aus einer Mischung aus neuen Songs sowie Re-Recordings und Alternativversionen von Tracks früherer Releases.

Im myrkgravschen Soundkosmos überwiegen die Folkanteile. Diese ergeben sich einerseits durch die Melodieführung, andererseits aufgrund des häufigen Einsatzes der Hardangerfiedel aus der norwegischen Folkmusik. Mit anderen Worten: die Grundstimmung des Werks ist durchaus fröhlich, ohne dass dabei Black Metal Passagen vollständig ausser acht gelassen würden. Stimmlich wechselt Jensen geschickt zwischen Clean-Vocals, schwarzmetallischem Geschrei, Chorpassagen und gelegentlichen Spoken-Words. Dabei bleibt er der norwegischen Sprache grundsätzlich treu. Einzig ‘Skjøn jomfru’ wurde zusätzlich noch in einer englischen Version eingespielt. Schliesslich fanden aber auch fünf reine Instrumentals (inkl. Outro ‘Takk og farvel’) den Weg auf die Scheibe.

Myrkgrav macht auf diesem Werk alles richtig: Mal geht es etwas flotter zur Sache, nur um kurze Zeit später melancholisch-verträumte Passagen einzubauen. So bleibt das Album über 14 Tracks und mit einer Spielzeit von 64 Minuten jederzeit spannend. Auch der Mix erfolgte mit Bedacht: jedes einzelne Instrument wurde passend und vor allem ausreichend in Szene gesetzt. Einziger Kritikpunkt: nach dieser langen Zeit hätte man sich etwas mehr neues Liedgut erhofft.

An dieser Stelle Abba zu zitieren, erscheint gewagt, passt aber doch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge: Thank you for the Music, Lars!

„Takk og farvel; tida er blitt ei annen“ wurde bislang lediglich digital und auf den gängigen Streaming-Plattformen veröffentlicht. In physischer Form (via Pest Productions) erfolgt der Release zu einem späteren Zeitpunkt.

Hörbeispiele zu Myrkgrav:
https://myrkgrav.bandcamp.com/

geschrieben am 16.03.2017 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Myrkgrav
Eigenproduktion

 

 

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