CD-Review: Ardent Spirits – Mountain Howl

[Melodic Black/Death Metal] – Eigenproduktion (2017)
Deutschland
Wenn aus dem „Howl“ ein „Bluster“ wird

Dass man in Franken noch Zeit hat, insbesondere um Dinge reifen zu lassen, sieht man einmal mehr an der Kapelle von Ardent Spirits. Bereits im Sommer 2015 hatte man eine erste, wohlgemerkt gelungene, Promoscheibe veröffentlicht. Aber erst jetzt, knappe zwei Jahre später, wird diese Promo zum ersten vollständigen Album der melodisch-schwarzen Todesmetaller aus Deutschland ausgebaut.

Mit dem Debutalbum „Mountain Howl“ wird dem geneigten Hörer dabei eine reichlich brachiale Scheibe vor die Füße geknallt, welche das Promo-Liedgut beinhaltet, ergänzt und erweitert um sechs neue Songs, bis am Ende die Lautsprecher qualmen.

Filigrane Feinarbeit ist wahrlich nicht die Sache von Frontsau Aco und seinen Mannen (Ex-Nótt und Ex-Fjoelnir). Und so ist man von der damaligen Promo-Linie auch nicht abgerückt, sondern hat diese konsequent fortgeführt und ist sich – freilich ohne stilistische Weiterentwicklung – selbst treu geblieben.

Der, von der Band selbst gewählte, musikalische Vergleich etwa mit Primordial ist etwas „kühn“ gewählt. Aber ins Lager der ebenfalls fränkischen VARG sind Ardent Spirits durchaus einzureihen. Freilich darf man getrost behaupten, dass „Mountain Howl“ merklich brutaler und ungeschliffener, aber eben auch ehrlicher und ungekünstelter ans Werk geht. Eine satte Portion Melodie stets im Auge habend, wird einem so macht- und druckvoll deutscher Paganmetal auf die Zwölf geklopft, dass man sich am Ende fragt, wem zuerst die Luft ausgeht: der Band oder dem Zuhörer. Doch da zeigen sich die Nehmer-Qualitäten der fünf Franken, die als Support namhafter Bands wie Dying Gorgeous Lies, Whorion, Gebrechlichkeit, Nihilation und Kingbeast bereits bewiesen haben, dass sie live das halten, was sie versprechen.

Die vielen Tempo-, Melodie- und Sprachwechsel machen das Album zwar nie langweilig, trotzdem bleibt das Songwriting leider einerseits etwas vorhersehbar, andererseits konzeptionell ziemlich „bunt“. Von einem „Konzeptalbum“ kann man sicherlich nicht sprechen und eine kompositorisch einheitlichere Linie hätte etwas reifer gewirkt.

Unterm Strich überwiegen jedoch die positiven Aspekte und Ardent Spirits ist ein Erstling gelungen, der einfach Spaß macht und jedem Paganmetaller mit Mumm in den Knochen, gehörig in den Hintern tritt. Insgesamt eine handfeste Scheibe!

Freuen wir uns auf die Release-Party am 19.05.2017 in Nürnberg!

geschrieben am 02.05.2017 von karsten@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Bandcampseite von Ardent Spirits
Facebookseite von Ardent Spirits
Eigenproduktion

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