CD-Review: Vvilderness – Devour the Sun

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[Post Black Metal] – Casus Belli Musica / Beverina Productions (2018)
Ungarn
Ein Mann, seine Gitarre und ein Computer…

Im Oktober 2011 machte sich ein gewisser Ferenc Kapiller auf, unter dem Namen Rain Catalogue Musik zu komponieren. Hierzu setzte er lediglich seine Gitarre und Stimme sowie einen Computer ein. Es folgte bald die Umbenennung in Release the Long Ships. Unter diesem Pseudonym veröffentlichte der Ungar zwei Alben: «Wilderness» (2014) und «Holocene» (2016). Genretechnisch bewegten sich die beiden Scheiben im Bereich des instrumentalen Atmospheric Post-Rock.Vermutlich bedingt durch eine leichte stilistische Kurskorrektur mit Ausflügen in Richtung Black Metal, beschloss Ferenc, den Namen seiner «Band» erneut zu ändern. Fortan sollte unter der Bezeichnung Vvilderness Musik veröffentlicht werden.

Ein-Mann Projekte geniessen ja allgemein einen eher zweifelhaften Ruf. Zu oft sind deren Outputs eher dilettantisch als qualitativ ansprechend. Die oben beschriebene, minimalistische Instrumentierung steigerte die Erwartungshaltung vor dem ersten Durchlauf auch nicht unbedingt. Umso positiver überrascht ist man, als die ersten Takte von ‘Starless Dark’ erklingen: Sofort kommen einem Sólstafir in den Sinn. In der weiteren Fortsetzung des Albums sind es jedoch nicht die Isländer, sondern Alcest, welche den grössten Einfluss ausgeübt haben dürften. Diese lieblichen Gitarrenarrangements kennt man sonst eigentlich fast nur von Neige. Dabei orientiert sich Vvilderness eher an der früheren, sprich noch etwas schwärzer angehauchten Phase des Franzosen.

Darüber hinaus werden aber auch folkige Klänge eingebaut, sei dies durch die akustische Gitarre oder bei ‘New Earth’ mittels (synthetischen) Uilleann-Pipes. Ja, gelegentlich kommen gar Streicher zum Einsatz. Und obwohl auch diese synthetisch erzeugt wurden, klingt das Endergebnis einwandfrei. Einzig die programmierten Drums ertönen, insbesondere bei Blast-Beat Passagen, zu klinisch aus den Boxen und sind ausserdem etwas gar stark in den Hintergrund gemischt.

Nichtsdestotrotz ist dieses Album für Fans von Post Black Metal / Blackgaze im Allgemeinen und Alcest-Liebhaber im Besonderen ein absolutes Muss. Reinhören!

«Devour the Sun» erblickte bereits im Herbst 2017 in digitaler Form das Licht der Welt. Am 1. März 2018 wird das Werk nun erstmals physisch (derweil ausschliesslich auf Vinyl) über Casus Belli Musica / Beverina Productions veröffentlicht. Die schlechte Nachricht aber gleich vorneweg: da die Auflage lediglich 100 Stück umfasst, ist diese bereits zum jetzigen Zeitpunkt restlos ausverkauft.

Der umtriebige Ferenc Kapiller kreiert übrigens nicht nur zauberhafte Musik, sondern ist auch als bildender Künstler tätig. So wurden beispielsweise sämtliche Album-Artworks durch seine Hand entworfen. Einen Einblick in sein Schaffen gewährt http://kapiller.com/.

Hörbeispiele zu Vvilderness finden Sie unter folgendem Link: https://vvilderness.bandcamp.com/

geschrieben am 19.01.2018 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Vvilderness
Casus Belli Musica / Beverina Productions

 

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