CD-Review: Nahtram – An Ominous Journey

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[Instrumental Melodic Metal] – Eigenproduktion (2018)
Deutschland
Wintersun meets Film-Soundtrack!

An dieser Stelle könnte man wieder einmal die Vorurteilskeule gegenüber Ein-Mann Projekten schwingen (ihr wisst schon, qualitativ eher bescheiden usw.). Doch dies lassen wir schön bleiben, denn Lukas Grässlin, der Alleinunterhalter bei Nahtram, macht ab der ersten Sekunde seines Debütalbums „An Ominous Journey“ klar, dass man heutzutage auch als Einzelkämpfer gut komponierte und sauber produzierte Musik veröffentlichen kann.

Nahtram (althochdeutsch für Nachtvogel / Nachtrabe) verzichtet, abgesehen von einigen Chorpassagen, die jedoch eher den Charakter eines weiteren Instruments aufweisen, gänzlich auf Vocals. Stilistisch bewegt sich das Projekt im Melodic Death Metal mit Ausflügen in folkige und symphonische Gefilde. Auch epische Film- oder Videospielmusik scheint Master Grässlin zu mögen und baut entsprechende Elemente regelmässig in seine Musik ein. Damit erzeugt er einen äusserst bombastischen Gesamtsound.

Den Auftakt macht ‘Into Crow’s Woods’, ein knapp neunminütiger Track in bester Wintersun Manier, welcher eine Chorpassage aufweist, die auch für den Lord of the Rings Soundtrack hätte verwendet werden können. Bereits hier beweist Lukas ein starkes Gespür für Melodien. Ein positives Attribut, welches sich durch das gesamte Werk zieht. ‘The Wolf’ wird von einer (synthetisch erzeugten) Hackbrettmelodie geprägt und erinnert an frühere Nightwish. Beim nachfolgenden ‘Interlude’ handelt es sich schon fast um einen vollwertigen Song, dauert dieses doch über vier Minuten. Überdies wird mit dem Moog-Orgel-Sound wiederum ein neues Element eingebaut.

‘Stormroad’ weist ein flottes Ensiferum-Riff, einen ebensolchen Rhythmus sowie symphonische Elemente aus deren „From afar“ Phase auf. Das unbestrittene Highlight des Albums stellt jedoch der abschliessende Titeltrack, mit einer Spielzeit von beinahe 12 Minuten, dar. Hier werden sämtliche Stärken Nahtrams in einem Song gebündelt: Episch, melodisch, bombastisch, majestätisch und für eine One-man Band schlicht genial! Um abschliessend auch hier einen Vergleich herbeizuziehen: die russischen Symphonic Metaller Imperial Age haben mit ‘Death Guard’ einen ähnlich starken, wenn auch massiv kürzeren Song in petto.

Fazit: Reinhören!

Das Album erschien am 17. März 2018 und ist derzeit lediglich digital erhältlich.

Hörbeispiele zu Nahtram finden Sie unter folgendem Link:
https://nahtram.bandcamp.com/releases

geschrieben am 26.04.2018 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Nahtram
Eigenproduktion

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