CD-Review: Ash of Ashes – Down the White Waters

Cover-DownTheWhiteWaters klein

[Epic Pagan Metal] – Kalthallen Tonträger (2018)
Deutschland
Hel’s Nachkomme

Mit Hel ist in diesem Zusammenhang nicht die Göttin der Unterwelt aus der nordischen Mythologie, sondern die gleichnamige deutsche Pagan Metal Band gemeint. Einer der drei Protagonisten dieser leider anno 2012 zu Grabe getragenen Ausnahmekapelle hört auf den Namen Skaldir (unter anderem auch bei den Folkern Elane tätig). Markus Skroch, wie Skaldir mit bürgerlichem Namen heisst, verspürte nach einigen Jahren Pause offenbar Lust, neuerlich Musik im Stile von Hel zu schreiben.

Skaldir rekrutierte hierfür Morten Basse (Lyrics, Vocals), der überdies bei so unterschiedlichen Bands wie Gravehammer, Thulr, Herne oder früher auch Folkearth tätig ist bzw. war, um Ash of Ashes fortan als Duo zu führen. Die Drums wurden in nur einem Tag von Dennis Strillinger, welcher normalerweise bei den Post-Rockern Magma Waves die Stöcke schwingt, eingespielt.

Die weiteren Gastmusiker Mathias Gyllengahm (Utmarken, Byrdi) mit seiner Nyckelharpa auf ‚Ash To Ash‘ und im Instrumental-Interlude ‚Springar‘ sowie Brenda Dahl (Runahild, Ex-Eliwagar) an der Hardangerfiedel in ‚Seven Winters Long‘ verleihen dem Album aufgrund ihrer Instrumente jede Menge nordisches Flair.

Die Metalfraktion geht zumeist episch, mit getragenen Melodien und Klargesang, zu Werke. Dementsprechend können, ja müssen Bathory (logischerweise Quorthon‘s Viking Phase) oder auch Ereb Altor als Vergleich herhalten. Die eingesetzten Clean-Vocals schrammen allerdings aufgrund ihrer eher hohen Tonlage bisweilen hart an der Grenze zum Kitsch vorbei. Umso erfreulicher, dass hie und da dezenter Keifgesang eingestreut und gelegentlich auch das Gaspedal etwas stärker durchgedrückt wurde. Dadurch steigert sich der Härtegrad des Albums leicht und sorgt dafür, dass dieses während seiner gesamten Spieldauer von 42 Minuten jederzeit spannend bleibt.

Produktionstechnisch gibt es kaum etwas zu bemängeln: Die Drums hätten ein bisschen mehr „Wumms“ vertragen, dafür wurde dem Bass ausreichend Raum zur Entfaltung eingeräumt.

Und so ist Hel‘s Nachkomme glücklicherweise kein Bastard, sondern ein wahres Prachtkind geworden. Unbedingte Kaufempfehlung!

Hörbeispiele zu Ash of Ashes gibt es unter folgendem Link:
https://www.youtube.com/channel/UCifOn6OCJYbkEpTPrYURhlg/videos

geschrieben am 17.09.2018 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Ash of Ashes
Kalthallen Tonträger

 

 

 

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