CD-Review: Cruadalach – Raised by Wolves

Cruadalach

[Folk Metal] – 7Hard (2018)
Tschechische Republik
Das verflixte dritte Album!

Den Clan Cruadalach verfolgen wir bereits seit seinem ersten Demo „V Rytmu Stare Krve“ (2010). Ein Jahr später wurden die EP „Agni“ (2011) und kurze Zeit darauf das Debütalbum „Lead – not follow“ (ebenfalls 2011) nachgelegt. Seit dem Zweitwerk „Rebel against me“ (2015) wurde es an der Veröffentlichungsfront etwas ruhiger um das Oktett. Kein Wunder, galt es doch das eine oder andere neue Mitglied in die Band zu integrieren. Am schwerwiegendsten wog dabei sicherlich der Wechsel am Mikro: 2016 wurde Radalf durch Petr Caisl ersetzt. Letzterer ist nun auf „Raised by Wolves“ erstmalig auf einem Cruadalach-Release zu hören.

Der neue Sänger Petr setzt vor allem auf Screams, wie man sie aus dem Metalcore kennt. Zwar liefert er eine ordentliche Leistung ab, letzten Endes gefiel sein Vorgänger gerade wegen seiner Clean-Vocals und Growls jedoch besser. Insgesamt erschien dessen Stimme doch etwas variabler. Vielleicht ist man sich dessen bei Cruadalach bewusst und holte deshalb mit Neu-Violinistin Eliška Kasprzyk eine Musikerin in die Band, die gleichzeitig auch noch hinter dem Mikrofon zu glänzen weiss (zu hören in erster Linie in den Refrains).

Der zusätzliche weibliche Gesang bringt somit erfreulicherweise ein neues Element in den Soundkosmos der Prager. Musikalisch bleiben sich Cruadalach überdies treu: verschiedenste Folkinstrumente treffen auf groovige Metalparts. Gelegentlich baut man dezente orientalische Einflüsse (‚Godwall Chant‘) oder auch mal einen an Rap erinnernden Beat und Gesangspart (‚Brave new Dawn ‘) ein.

„Raised by Wolves“ weist wiederum eine saubere Produktion auf. Nervig ist jedoch der Umstand, dass Intro und Outro (beides Akustik-Instrumentals) viel lauter als die eigentlichen acht Songs aus den Boxen schallen. Ein Mangel, der beim Mastering hätte erkannt werden müssen.

Unter dem Strich könnte man jene Sätze, mit welchen wir das letzte Werk zusammengefasst haben, an dieser Stelle mehr oder weniger wiederholen. Auch auf dem dritten Album fehlt es den Tschechen an Eigenständigkeit: Cruadalach klingen häufig wie eine Core-lastige Variante von Eluveitie. Sicher, ein Vergleich mit den Helvetiern stellt durchaus ein Qualitätsmerkmal dar. Nichtsdestotrotz sollte eine Band, die seit einer Dekade besteht, langsam aber sicher aus dem Schatten der Szenegrössen heraustreten. Album Nummer drei soll ja bekanntlich über die weitere Zukunft (Erfolg oder Mittelmass?) einer Band entscheiden. Diesbezüglich stehen die Aussichten für Cruadalach nach „Raised by Wolves“ leider nicht allzu rosig.

Hörbeispiele zu Cruadalach gibt es unter folgendem Link:
https://cruadalach.bandcamp.com/

geschrieben am 10.10.2018 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Cruadalach
7hard

 

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