CD-Review: Koenix – Dekade I

Koenix

[Medieval] – Hicktown Records (2018)
Schweiz
Gelungene Werksschau!

2008 wurde Koenix als Nebenprojekt der Mittelalterrock-Band Des Koenigs Halunken (R.I.P.) gegründet. Nach einem Jahrzehnt des Bestehens, der Veröffentlichung von vier Studioalben („Us em Gjätt“ [2010], „Vo de Gipfle“ [2012], „Im Fluss“[2014] und „Dürs Füür“ [2017]) und einigen wenigen Line-up Veränderungen präsentieren uns die Schweizer mit „Dekade I“ ihre erste Werksschau.

Klarerweise bietet ein Best of Album in erster Linie einen Einblick in das bisherige Schaffen einer Band und ist somit vor allem als Einstieg für Neuentdecker geeignet. Koenix waren jedoch bemüht, auch für die eingefleischten Fans einen Mehrwert zu bieten: so finden sich eine Neueinspielung (‘Être sur Soleure’ – übrigens ein französischer Ausdruck für ‘betrunken sein’ – in der 2018er Version neu mit Gesang) vom Debüt, ein bisher unveröffentlichtes, rein instrumentelles Traditional (‘Winter wie ist’) sowie zwei komplett neue Tracks (‘Hingerem Mond’ und ‘Tyras sång’) auf dem Album.

Zu ‘Hingerem Mond’ gibt es als Bonus Tracks gleich auch noch eine deutsche (‘Hinter dem Mond’) und englische (‘Behind the Moon’) Version dazu geliefert. ‘Tyras sång’ wiederum stammt vom bandeigenen Musical ’Efter Tjelvar’, welches für die Medeltidsveckan auf Gotland geschrieben wurde. Hierbei wird das Quintett am Gesang von Clara Strauch und Palle Poulsen unterstützt.

Eine Eigenschaft der bisherigen Koenix-Releases stellte jeweils die Ausgewogenheit zwischen Instrumentals und Tracks mit Gesang dar. Dies wurde konsequenterweise auch für die vorliegende Zusammenstellung übernommen. Dabei gelang die Auswahl an Bandklassiker vorzüglich: Das geniale ‘Märliland’ – dazu ein Zitat aus der Rezension zu „Dürs Füür“: „Wer es schafft, eine indische Sitar mit irischen Uilleann Pipes, dem in der schweizerischen Volksmusik verbreiteten Hackbrett sowie treibende Percussion derart gekonnt zu kombinieren, weiss wie man starke Songs schreibt“ – fehlt dabei ebenso wenig wie der Titeltrack des letzten Werks, ‘Bi de Fahrende’, ‘Wildwassertanz’ (beide von „Im Fluss“) oder ‘Schnee’ („Vo de Gipfle“).

Fazit: Eine rundum gelungene Veröffentlichung, welche gleichermassen Neueinsteiger wie Fans der ersten Stunde begeistern dürfte. Wir freuen uns auf die nächste Dekade!

Hörbeispiele zu Koenix gibt es unter folgendem Link:
http://www.koenix-band.ch/

geschrieben am 23.10.2018 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): — von 15
Punkte (Gesamt): — von 15
Informationen: Koenix
Hicktown Records

 

 

Advertisements

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.