CD-Review: Realm of Wolves – Oblivion

Realm of Wolves

[Atmospheric Post Black Metal] – Casus Belli Musica / Beverina Productions (2018)
Ungarn
Magyarische Wölfe – Feuer und Eis

Realm of Wolves nennt sich der im vergangenen Jahr gegründete Zusammenschluss aus Mitgliedern der dem einen oder anderen bereits bekannten Bands „Vvilderness“, „Silent Islands“ und „Equilexia“. Die erstgenannte One-Man-Show Vvildr Ferenc Kapiller steuert mit seinen Lyrics den Blackgaze / Black Metal Part bei und begibt sich im Wolfspelz in merklich schwärzeres Terrain als in seinem ebenfalls 2018 erschienenen Album „Devour the Sun“. Die Songwriter Stvannyr (Gitarre) & Ghöul (Bass) bewegen sich mit ihren diversen Projekten eher in der Post-Rock Richtung. Gemeinsam schaffen die Wölfe in ihrem Debut-Album „Oblivion“ eine Fusion aus harsch-düsterem und melancholisch-atmosphärischem Sound. 

Zu Beginn wird der Zuhörer mit ‚Cascadia‘ auf eine ätherische Reise geschickt. Klare, fast schon filigrane Gitarrenklänge, die sich immer wieder als roter Faden durchs Album ziehen, fließen in die härteren Passagen und erzeugen eine transzendente Stimmung. Ebenso gelungen ist das Zusammenspiel von Instrumentalparts und Vocals, es entsteht eine unerwartet harmonische Abwechslung aus rauen Death / Black Metal Riffs, Drums und Gesängen mit den teilweise recht minimalistisch gehaltenen instrumentellen Cool-Down-Phasen. Besonders bei ‚Old Roots‘ und der Überleitung zum Folgetrack ‚Translucent Stones‘ geht dieses nahtlose heiß/kalt-Spiel dem Wolfsrudel scheinbar mühelos von der Hand, bei zweiterem regiert klar der schwerelose Post-Rock.

Lyrics und Atmosphäre des Albums zeigen deutlich, dass Realm of Wolves in diesem Bandprojekt etwas Emotionales schaffen wollen. ‚Into The Woods Of Oblivion‘ enthält eine Hommage an den Dichter Attila József, laut Vvildr „ein Genie der ungarischen Dichtkunst und eine gequälte Seele“. Der Song ist auch musikalisch eines der Highlights des Albums: von epischer Wut bis bittersüßer Melancholie.

„Oblivion“ wurde im November 2018 beim Label Casus Belli Musica / Beverina Productions veröffentlicht und ist seit Anfang 2019 jetzt auch auf Vinyl erhältlich. Die drei Bonus-Tracks ‚Laurentia‘, ‚Shores Of Nothingness‘ und ‚Fragments Of The Self‘ erschienen bereits davor als „Mini-Album“-Teaser.

Insgesamt kann man „Oblivion“ als ausgesprochen gelungenes Gesamtkonzept bezeichnen. Die Gegensätzlichkeiten der einzelnen Stilelemente fügen sich harmonisch zusammen und unterstreichen sich gegenseitig. Ob ein harteingesessener Schwarzmetaller mit dieser Art von Fusionsküche glücklich wird, kann ich nicht einschätzen, aber meiner Meinung nach ist das Projekt auf jeden Fall hörenswert! Die drei Ungaren kreieren eine Atmosphäre, in die man sich gerne fallen lässt und die einen definitiv neugierig auf die Zukunft macht.

Schönes nicht nur hören sondern auch sehen: wie schon bei Vvilderness und dessen Vorgängerprojekten, stammen die Bandartworks aus der Feder von Ferenc Kapiller alias Vvildr. Mehr dazu auf http://kapiller.com.

Hörbeispiele zu Realm of Wolves gibt es unter folgendem Link https://realmofwolves.bandcamp.com/

Geschrieben am 03.02.2019 von elsa.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Realm of Wolves
Casus Belli Musica / Beverina Production

  

 

Werbeanzeigen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.