Interview mit Ash of Ashes – Teil I

Kurz nach dem allerersten Auftritt von Ash of Ashes am Ragnarök Festival 2019 trafen wir uns mit Markus Skroch aka Skaldir zum Interview:

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Folkmetal.at: Lieber Markus, danke dass du dir für uns Zeit nimmst. Bitte stelle Ash of Ashes unserer Leserschaft kurz vor.

Skaldir: Wir sind eine Epic Scaldic Metal Band und mögen epischen Metal. Das Projekt wurde gegründet, nachdem sich meine Band Hel, die es von 1994 – 2012 gab, aufgelöst hatte. Zwei Jahre später wollte ich wieder solche Musik machen und deshalb habe ich Ash of Ashes gegründet. Dann hat es noch ein paar Jahre gedauert, bevor dann 2018 unser erstes Album erschien.

Folkmetal.at: Stilistisch bewegen sich Ash of Ashes in ähnlichen Fahrwassern wie Hel. Hast du einfach wieder den Wunsch verspürt, diese Art von Musik zu komponieren und zu spielen? Oder was war ausschlaggebend für die Gründung von Ash of Ashes?

Skaldir: Genau, es gehört einfach zu Ash of Ashes dazu, Hel zu erwähnen. Es ist zwar nicht ganz dasselbe, das habe ich auch nicht versucht, aber es ist halt ein Teil von mir. 1997 bin ich bei Hel eingestiegen, 1999 kam unser erstes Album («Orloeg», Anm. des Verfassers), welches heuer somit 20 wird, heraus. Ich war damals ebenfalls 20, 21 als dieses veröffentlicht wurde. Deshalb, meine Vergangenheit bei Hel gehört unweigerlich zu Ash of Ashes dazu.

IMG_7743 (2)Skaldir © Folkmetal.at

Folkmetal.at: Euer Debütalbum «Down the White Waters» erschien Ende September 2018. Wie seid ihr mit den Reaktionen, gerade auch von der Hel Fangemeinde, zufrieden? Wie war das Feedback aufs Album?

Skaldir: Es war wirklich gut. Vor allem auch das Pressefeedback war erstaunlich für ein Debütalbum. Wir haben wahnsinnig gute Reviews erhalten. Es ist jetzt nicht so, dass hier nur Hel Fans mitgenommen wurden. Auch von vielen Hörern, die zuvor Hel nicht gekannt haben, wurde das Album gut aufgenommen. Ich hatte ehrlich gesagt weniger erwartet.

Folkmetal.at: Ihr habt hier auf dem Ragnarök Festival soeben euren ersten Gig überhaupt gespielt. Als du Ash of Ashes ins Leben gerufen hast, bestand da bereits der Wunsch, die Band eines Tages auf die Bühne zu bringen?

Skaldir: Nein. Beim Songwriting habe ich zwar darauf geachtet, dass die Songs auch live spielbar sind aber ich hatte keine konkreten Pläne, das Projekt auf die Bühne zu bringen. Das hat sich erst mit der Zeit entwickelt.

IMG_7774 (2)© Folkmetal.at

Folkmetal.at: Morten, das einzige andere eigentliche Bandmitglied nebst dir, ist live nicht mit an Bord. Was ist der Grund hierfür?

Skaldir: Er hat auf dem Album sämtliche Texte geschrieben und überdies die Black Metal Vocals eingesungen. Somit hatte er keinen allzu grossen Einfluss auf die Interpretation der Musik gehabt. Überdies wohnt er sehr weit weg. Ich wohne in Nordrhein-Westfalen, er in Kiel. Sollten wir einmal in dieser Ecke spielen, wird er sich sicherlich hinter das Mikrofon stellen und seine Passagen singen.

Folkmetal.at: Deine Live-Musiker sind ja in der Szene nicht ganz unbekannt. Wie bist du mit ihnen in Kontakt getreten?

Skaldir: Mit Alboîn (Eïs) kam ich in Kontakt, als ich für die Bonus-CD vom «Bannstein» Album von Eïs, auf dem die Tracks komplett von anderen Sängern neu interpretiert werden, angefragt wurde. Des Weitern habe ich für Ferndal, wo er früher auch gespielt hat, das erste Album in meinen Kalthallen Studios gemischt und gemastert. Irgendwann habe ich dann auch einmal Eïs live gesehen und festgestellt, dass Alboîn im Gegensatz zu mir ein sehr guter Frontmann ist. Ich bin ja eher der introvertierte Typ und so dachte ich, wenn Ash of Ashes einmal live spielen sollten, so frage ich ihn. Er war sofort an Bord und hat dann gleich Sethras von Ferndal als Gitarristen vorgeschlagen. Er meinte, er sei sehr fähig und lerne schnell. Als Schlagzeuger wollte ich eigentlich Dennis, der auf dem Album zu hören ist. Er war grundsätzlich auch interessiert, leider hat das aber aus zeitlichen Gründen dann doch nicht geklappt. Alboîn und Sethras empfahlen mir dann Stryx. Dies war ein weiterer Hauptgewinn, weil er die Songs extrem rasch einstudiert hat und überhaupt äusserst gut und zuverlässig ist. Er hat jetzt auch bei Eïs live ausgeholfen und bei Ferndal ist er auch eingesprungen.

IMG_7760 (2)Alboîn und Skaldir © Folkmetal.at

Folkmetal.at: Wie darf man sich den Kompositions- bzw. Arbeitsprozess bei Ash of Ashes vorstellen? Wie sieht die Aufteilung zwischen dir und Morten aus?

Skaldir: Ich habe die Musik komplett alleine geschrieben und auf dem Album sämtliche Instrumente mit Ausnahme der Drums und der Folkinstrumente eingespielt. Erst habe ich Demos aufgenommen, bei welchen ich eine Art Singsang ohne wirklichen Text verwendet habe. Morten hat daraufhin Zeile für Zeile auf meine «Nichtsprache» Texte geschrieben, von welchen ich hell begeistert war und bin. Ich selber bin ein sehr schlechter Texter, das würde bei mir ewig dauern. Ganz im Gegensatz zur Musik, da bin ich mega schnell. Aus diesem Grund wollte ich ihn unbedingt dabeihaben.

Folkmetal.at: Gab es textliche bzw. thematische Vorgaben deinerseits?

Skaldir: Dass es in die Richtung nordische Mythologie gehen soll, war von Anfang an klar. Bei einigen Songs habe ich ihm mitgeteilt, woran ich dabei denken musste bzw. was ich dabei empfinde. Spannenderweise erging es ihm meistens ebenso, sprich dass er das gleiche fühlte wie ich.

Folkmetal.at: Innerhalb «Down the White Waters» habt ihr ein vier Songs umfassendes Konzept über Wieland den Schmied eingebaut. Was hat euch zur Vertonung dieser germanischen Heldensage bewegt?

Skaldir: Morten kam 2005 während eines Auslandsaufenthaltes in England mit der Sage in Berührung. Im British Museum hat er das Schmuckkästchen Franks Casket gesehen, auf welchem u. a. Szenen aus der Wieland Saga zu sehen sind. Das hat ihn nachhaltig inspiriert. Als auf dem Album noch für vier Songs mit sehr unterschiedlichen Stimmungen Lyrics fehlten, fragte er mich an, ob es okay wäre, wenn diese allesamt von der Wieland Sage handeln würde. Ich war sofort dafür, solche Konzepte mag ich gerne.

Fortsetzung folgt demnächst!

Das Interview wurde von Wallace geführt.

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