CD-Review: Stone Sovereign – Tales of Myth and Madness

stone Sovereign

[Viking / Melodic Death Metal] – Eigenproduktion (2019)
Australien
Aussie Vikings debütieren!

Seit 2016 machen Stone Sovereign bereits live ihre Heimat „Down-Under“ unsicher, nun haben sie sich mit „Tales of Myth and Madness“ erstmalig auf einem Tonträger verewigt. Ihr im Juni erschienenes Debütalbum wurde von der Band vollständig in ihrem eigenen Studio in Orange New South Wales aufgenommen und auch in Eigenregie veröffentlicht.

Sie beschreiben ihr Erstlingswerk als „Reise in das mystische Königreich Nyroda, ein Land mit blutgetränkten Weiten, wo Freiheit Kampf bedeutet und als den Beginn ihrer Geschichte […]“. Die Lyrics der ersten Hälfte des Albums behandeln den Aufstieg zweier Völker, der „Eldred Baines“ und der „Aagen“, die sich gegen plündernde Seeräuber in einer epischen Fehde zur Wehr setzen. Die übrigen Songs bauen das fiktive Universum mit Erzählungen über Kultur, Mythologie und große Krieger weiter aus. Klingt recht typisch Viking könnte man sagen, aber die musikalische Erweckung einer neuen Welt anstatt der sonst „klassischen“ nordischen Thematik finde ich einen schönen persönlichen Touch der Aussies.

Beim ersten Reinhören in „Tales of Myth and Madness“ kam mir sogleich Amon Amarth in den Sinn, die der Band auch laut eigenen Angaben eine Inspirationsquelle für ihre Musik sind. Flotte Riffs, raue Stimmen und allgemeine Battlestimmung prägen die Soundlandschaft des Albums. Die Songs gehen schnell ins Ohr und sind deutlich musikalisch alle aus einem Guss. Die vorherrschende Uniformität hat leider nicht unbedingt viel echte Abwechslung zu bieten, es gibt keine wirklichen Höhepunkte aber die Performance ist durchwegs solide. In „Children of the Old Gods“ und „Last Drink Before Sunrise“ finden sich zwei der wenigen Momente, wo die vorantreibenden Gitarren kurz entschleunigt werden und sich ein kleiner Spannungsmoment aufbauen kann, der aber eher nur von kurzer Dauer ist.

Obwohl Stone Sovereign sich selbst als Folkmetal Band tituliert, fehlt mir dafür irgendwie der zugehörige Sound. Auf die üblichen Flöten, Dudelsäcke oder sonstigen typischen akustischen Elemente wartet man hier vergeblich, aber ob diese wirklich in den aktuellen Sound hineinpassen würden (oder sollen), ist natürlich eine andere Frage.

Trotz meiner Kritikpunkte finde ich „Tales of Myth and Madness“ ein durchaus gelungenes Debüt nach dem Motto: „Gefällt dir ein Song, gefallen dir alle“ – im Worst Case eben auch keiner. In jedem Fall bin ich gespannt, ob und wie sich die Band in der Zukunft weiterentwickelt und ob sie die Geschichte um ihr Nyroda noch weitererzählen wird.

Hörbeispiele zu Stone Sovereign gibt es unter folgendem Link: https://stonesovereign.bandcamp.com/album/tales-of-myth-madness

geschrieben am 09.09.2019 von elsa.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 5 von 15
Punkte (Gesamt): 8 von 15
Informationen: Stone Sovereign
Eigenproduktion

 

 

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