CD-Review: Kultasiipi – Mahtaja EP

Mahtaja

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2019)
Deutschland
Finnisch-Unterricht Teil 3

Lange Zeit blieb es ruhig um die aus der südlichsten Stadt Finnlands (gemeint ist selbstverständlich Berlin) beheimateten Kultasiipi. Nach dem Erstlingswerk „Metsola“ (2009) folgte 2013 der zweite Streich „Matkalla“. Gelegentlich wurden einzelne Gigs, wie z. B. am Ragnarök-Festival 2017 gespielt, doch es dauerte bis ins Frühjahr 2019, ehe sich das Sextett wieder ins Studio begab. Das Resultat der im Translucent Soundscapes Studio (Frankenland) abgehaltenen Session liegt in Form der am 30.08.2019 als Digipack und digital veröffentlichten und durch ein Crowdfunding mitfinanzierten EP „Mahtaja“ vor.

Trotz 15 Tracks und einer Spieldauer von 36 Minuten weist diese dritte Veröffentlichung Kultasiipis lediglich sieben reguläre Songs auf. Beim Rest handelt es sich um Intro, Outro sowie zahlreiche Interludes.

Die Texte, welche von Zaubersprüchen und Beschwörungsformeln eines Schamanen handeln, wurden nicht von Kultasiipi selbst geschrieben, sondern von Traditionals übernommen. Wie gehabt, werden diese vorwiegend auf Finnisch intoniert. Dies, obwohl gemäss eigener Angabe niemand in der Band dieser Sprache wirklich mächtig ist. Unrühmliche Ausnahme stellt ‚Tod auf Skiern‘ dar: erneut weist das einzige auf Deutsch gesungene Lied höchst gewöhnungsbedürftige Lyrics auf. Man stellt sich einmal mehr die Frage, warum die Berliner ihr Konzept hier nicht konsequent durchziehen.

Mal eher fröhlich, dann wieder mit düsterer Grundstimmung versehen, erhält der Hörer musikalisch das Rundumpaket geboten: viel Folk aber auch Black bzw. traditioneller Heavy Metal stecken in „Mahtaja“. Sänger Tillmanus variiert dabei gekonnt zwischen Clean- und Harsh-Vocals, wobei er von seinen Mitstreiterinnen Finna am Bass und Kirsikka (Flöten und Harfe) immer wieder gesanglich unterstützt wird. Produktionstechnisch gibt es höchstens auszusetzen, dass das herrlich urchige Gewand der früheren Werke einem beinahe schon steril klingenden Gesamtsound weichen musste.

Zwar reicht „Mahtaja“ nicht ganz an das Debüt „Metsola“ heran. Doch auch anno 2019 agieren Kultasiipi äusserst eigenständig und mit viel Liebe zum Detail im Szene-Untergrund. Daher: leiht diesem Werk ein Ohr und unterstützt die sympathische Truppe bei Gefallen!

Hörbeispiele zu Kultasiipi gibt es unter folgendem Link:
https://kultasiipi.bandcamp.com/

geschrieben am 23.09.2019 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Kultasiipi
Eigenproduktion

 

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