CD-Review: Nemoreus – Silent Watcher

Nemoreus

[Folk / Pagan Metal] – Eigenproduktion (2018)
Österreich
Die Stimme der Natur erhebt sich

Newcomerbands kämpfen gerade am Anfang hauptsächlich damit sich im wahrsten Sinne „Gehör“ zu verschaffen und eine größere Zuhörermenge zu erreichen. Hier haben sich Nemoreus einen geschickten Startvorteil verschafft: sie haben die österreichische Ausscheidung des Wacken Metal Battle für sich entschieden. Damit das neugierige Publikum sich nicht nur mit einem Demo zufriedengeben musste, wurde unter nicht unerheblichem Zeitdruck in einem Studio in Budapest die EP „Silent Watcher“ in Eigenregie aufgenommen und pünktlich vor dem großen Wacken Gig im Sommer 2018 veröffentlicht. Im August 2019 wurde das Werk nun auch in physischer Form nachgelegt.

Der Titel „Silent Watcher“ spielt auf eins der inhaltlichen Hauptmotive der Band an: die Verbundenheit zur Natur, des Menschen zerstörerisches Wesen und die unbekannten Mächte, die über das Treiben der Zeit wachen und die Geschichten von lange Vergessenem erzählen.

Fünf Tracks und knappe 20 Minuten lang darf sich der geneigte Zuhörer bzw. die Zuhörerin Gusto auf den Sound der sechsköpfigen Band aus Wien holen. Musikalisch geht es durchaus abwechslungsreich zu, aber die Takt- und Stilwechsel gelingen Nemoreus recht souverän. Die gesungenen Parts sind größtenteils melodisch, werden aber auch immer mal wieder von kehligeren Episoden abgelöst. Mit „Andro“ findet sich außerdem auch ein reiner Instrumentaltrack auf „Silent Watcher“.

Folkige Violine, Flöten und Bouzouki (eine Art Laute) klingen mal episch („Abyss“), dann wieder rhythmisch und tanzbar („Dance of the Fallen“) und fügen sich stimmig mit härteren Gitarren zusammen. In „Wolfpack“ wird es dann düsterer und die Band begibt sich stilistisch in Richtung Death / Black Metal: schwerere und schnellere Riffs geben hier den Ton an.

Als Österreicherin freut es mich natürlich immer von Landsleuten zu hören, aber hier haben die Herren (Frontmann Fabian [Vocals, Bouzouki, Flöten], die Gitarristen Kai und Stefan, Matt am Bass, sowie Adrian hinter den Drums) und die Dame (Maike an der Violine) von Nemoreus ziemlich zielsicher meinen Geschmack getroffen. Die in den fünf Songs abgelieferte Bandbreite hat bei mir definitiv die Neugier auf den geplanten Albumrelease für 2020 geweckt. Vor allem bin ich gespannt, ob sich der düstere Einschlag weiter im Gesamtwerk ausbreiten oder ob er sich nur auf einzelne Exkurse beschränken wird. Egal ob mehr Folk oder mehr Black von Nemoreus darfs für mich gern ein bisserl mehr sein. (Liebe Grüße aus Wien nach Wien :D)

Hörbeispiele zu Nemoreus gibt es unter folgendem Link:
https://nemoreus.bandcamp.com/

geschrieben am 29.10.2019 von elsa.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Nemoreus
Eigenproduktion

 

 

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