CD-Review: Blakylle – Wo uralte Wasser fliessen

Blakylle

[Pagan Metal] – Eigenproduktion (2019)
Deutschland
Hessische Donnergötter!

Blakylle, benannt nach einer Meeresgöttin des germanischen Stammes der Kimbern, wurden 2014 in Ostfriesland gegründet. Das mittlerweile in Fulda beheimatete Quartett veröffentlichte bislang ein Live-Bootleg auf Kassette, welches im April dieses Jahres erschien. Mit „Wo uralte Wasser fliessen“ erblickt nun das Debütalbum das Licht der Welt.

Die ersten Takte von ‘Aesir’ erinnern unweigerlich an Amon Amarth. Tatsächlich üben die Donnergötter musikalisch einen grossen Einfluss auf Blakylle aus: einerseits werden sie von der Band selbst als Inspiration aufgeführt, andererseits tauchen auch in der Fortsetzung des Albums immer wieder Riffs, Passagen und Melodieführungen auf, welche aus den ersten zwei Dekaden des Schaffens der Schweden stammen könnten.

Blakylle als simple Nachahmer zu bezeichnen, wäre jedoch unfair. Vielmehr könnte man den Melodic Death / Viking Metal der Recken um Johan Hegg als musikalische Basis der Hessen bezeichnen, welche mit eigenen bzw. zusätzlichen Elementen ergänzt und verfeinert wurde. Etwas mehr Eigenständigkeit ist bei künftigen Releases aber sicherlich wünschenswert.

Die acht Songs auf „Wo uralte Wasser fliessen“ erklingen äusserst stimmig aus den Boxen. Will heissen: keiner davon fällt qualitativ aus dem Rahmen. Dem gilt es jedoch entgegen zu setzen, dass auch kein Track besonders heraussticht. Des Weiteren sollten Blakylle darauf achten, das Songwriting ein bisschen variantenreicher zu gestalten. Das Album weist nach gut der Hälfte der Spielzeit, welche 40 Minuten beträgt, ein gewisses Sättigungspotenzial auf.

Deutsche Lyrics, die von germanischer / nordischer Mythologie handeln, weisen nicht selten einen hohen Fremdschämfaktor auf. Blakylle verstehen es jedoch, eigene Geschichten in diesem Umfeld zu erzählen und laufen demnach nicht Gefahr, als Methorn schwingende Freizeit-Heiden abgetan zu werden. Wer sich diesbezüglich einen Eindruck verschaffen möchte, dem sei das Lyric-Video zu ‘Skalde’ empfohlen. Erfreulich ist überdies, dass man Sänger Adrians Vocals, die als eine Mischung aus Growls und Shouts dargebracht werden, tatsächlich auch versteht.

Der Produktion hätte etwas mehr Groove nicht geschadet. Die Kick-Drum rumpelt doch eher unauffällig im Hintergrund. Immerhin ist gelegentlich auch die Bass-Spur hörbar. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass es sich hier um ein Debütalbum handelt, welches komplett in Eigenregie eingespielt wurde. Mix und Master erfolgten im Liquid Aether Studio.

„Wo uralte Wasser fliessen“ erschien am 21.10.2019 als schicke Digipack-CD sowie als Stream & Digital Release.

Hörbeispiele zu Blakylle gibt es unter hier:

 

geschrieben am 02.12.2019 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Blakylle
Eigenproduktion

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