CD-Review: Hangatyr – kalt

Cover

[Black Metal] – Eigenproduktion (2020)
Deutschland
Wenn der Albumtitel passt…

Nach den XIV Dark Centuries steht hier erneut eine Band aus Thüringen im Mittelpunkt. Die Rede ist von Hangatyr, welche sich anschicken, nach „Helwege“ (2010) und „Elemente“ (2014) ihr Drittwerk „kalt“ zu veröffentlichen. Neben dem Bundesland gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit: mit über sechs Jahren verstrich auch hier viel Zeit zwischen dem direkten Vorgänger und dem aktuellen Output.

Haben Hangatyr in den Anfängen ihrer Karriere immer wieder in Richtung Heidentum geschielt, so bleibt dieses anno 2020 lediglich noch im Bandnamen erhalten (Hangatyr lautet in der nordischen Mythologie einer der vielen Namen Odins und bedeutet in etwa „der gehängte Gott“). Wohl auch den letzten Besetzungswechseln geschuldet, spielt das Quartett mittlerweile lupenreinen Black Metal.

Hangatyr geben sich trotz der allgegenwärtigen schneidenden Riffs durchaus melodisch. Überdies neigen die Thüringer nicht zum Hyperblast, sondern bewegen sich meist eher im Mid-Tempo Bereich – häufig begleitet von Michas Double-Bass Drumming. Sänger Silvio keift sich munter durch die Songs, wobei seine Stimme gelegentlich auch in kreischende depressive Gefilde abdriftet.

Acht Tracks mit einer Spielzeit von 48 Minuten weist „kalt“ auf. Bei sieben davon handelt es sich um reguläre Songs, exemplarisch hiervon sei ‘Blick aus Eis’ erwähnt. Der achte Tack (gleichzeitig auch Namensgeber des Albums) ist ein von einem Wintersturm begleitetes Instrumental.

„kalt“ fiel auch die Produktion aus. Zwar ist man vom Low-Fi der 90er Schwarzwurzel Releases weit entfernt, etwas mehr Groove (sprich Tiefen) hätte dem Werk aber nicht geschadet. Das Hauptaugenmerk beim Mischen lag ein wenig zu stark auf den Gitarren. Nebenbei: kam bei den Aufnahmen überhaupt ein E-Bass zum Einsatz? Weder ist ein solcher hörbar, noch wird er irgendwo aufgeführt. Schade eigentlich.

Fazit: selten wurde ein Albumtitel passender gewählt. Was Hangatyr hier abliefern, ist grundsolide Black Metal Kost, welche unter Genre-Fans sicherlich ihre Hörerschaft finden wird.

„kalt“ wird am 2. März 2020 als CD sowie digital veröffentlicht.

Hörbeispiele zu Hangatyr gibt es unter folgendem Link:
https://hangatyr.bandcamp.com/music

geschrieben am 17.02.2020 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Hangatyr
Eigenproduktion

 

 

 

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