CD-Review: Ruadh – The Rock of the Clyde

cover

[Atmospheric Black Metal] – Northern Silence Productions (2020)
Schottland
Soundtrack der Highlands!

Lediglich ein Jahr nach dem Debüt „Sovereign“ legt Tom Perrett alias Ruadh bereits sein Zweitwerk nach. Alt Clut / Alcluith (wörtlich ins Englische übersetzt „Rock of the Clyde“) lautet der britannische Name für Dumbarton Rock. An diesem für das Album namensgebenden Basaltfelsen, welcher unweit von Glasgow liegt, thront Dumbarton Castle.

Wie schon auf dem Erstling hat sich Tom wiederum punktuell Verstärkung ins Boot geholt: an den Drums sass erneut Philip Morisson. Ausserdem spielte der Mastermind dieses Mal den Bass nicht selbst ein, sondern überlies den Posten Kimberly Copland. Eine weitere Neuerung stellt gelegentlicher weiblicher Gesang dar: dieser wurde von einer gewissen Ceiti intoniert. Und wenn wir schon von Vocals sprechen: Tom bringt auf dem neuen Album häufiger seine Cleanstimme zum Einsatz – und beweist auch hierbei Stilsicherheit.

Die Absicht beim Songwriting bestand wohl darin, sich nicht allzu sehr zu wiederholen. So klingt „Rock of the Clyde“ im Vergleich zum Erstling tatsächlich leicht „progressiver“. Was grundsätzlich ein löblicher Ansatz ist, erfolgte im vorliegenden Fall leider etwas auf Kosten der Atmosphäre.

Darüber hinaus blieb jedoch vieles beim Alten: Ruadh spielt im Kern ungefähr zehnminütige, atmosphärische Schwarzmetalltracks, welche mit regelmässigen Folk-Einschüben in Form von Flöten, Bouzouki, Akustikgitarre, Geige und Piano ergänzt werden. An gewissen Stellen könnten hierbei begleitende Bagpipes die Songs zusätzlich veredeln.

Zur Produktion: etwas irritierend ist der Umstand, dass die Bass-Drum je nach Track unterschiedlich viel Wucht aufweist. Beim Titeltrack z. B. deutlich mehr als bei ꞌWinter Lightꞌ. Überdies ist beim Auftakt ꞌEmbersꞌ im Hintergrund phasenweise ein (wohl unbeabsichtigtes) Knistern zu hören. Fast so, als möchte man das Abspielen auf einem Plattenteller simulieren. Schliesslich wurde das akustische Zwischenspiel ꞌOnly Distant Echoes Reign – Part 1ꞌ deutlich lauter abgemischt, als die übrigen Songs des Albums. Letztlich handelt es sich hierbei um Kleinigkeiten – diese hätten aber problemlos verhindert werden können.

Schliesslich müssen einmal mehr die Nachbarn Saor für einen Vergleich herhalten: Nur Andy Marshall versteht es so wie Tom Perret, die Atmosphäre nebliger Glens und Lochs in ein (black)metallisches Gewand zu transportieren. Ruadh gelang dies bei „Sovereign“ noch einen Ticken besser als auf „The Rock of the Clyde“.

Das gelungene Artwork stammt übrigens vom in Edinburgh ansässigen Spanier Joan Llopis Doménech (u. a. Sojourner, Lustre, Dråpsnatt) und zeigt Dumbarton Rock in gezeichneter Form.

„The Rock of the Clyde“ erscheint am 22. Mai 2020 als limitierte Digi-CD sowie in digitaler Form.

Hörbeispiele zu den Ruadh gibt es unter folgendem Link:
https://ruadh.bandcamp.com/releases

geschrieben am 11.05.2020 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Ruadh
http://northern-silence.de/

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