CD-Review: Maahes – Reincarnation

Maahes

[Black Metal] – MDD Records (2020)
Deutschland
Compilation mit Ägypten-Thematik

Maahes stammen aus Bayern und wurden 2015 gegründet. Benannt nach einem löwenköpfigen Gott aus der ägyptischen Mythologie, wird die thematische Stossrichtung der Band rasch klar. Auch die verwendeten Künstlernamen Horus, Thot, Seth, Osiris und Anubis sprechen diesbezüglich Bände.

Das einzige Lebenszeichen stellte bislang die 4-Track EP „Ancient Force“ aus dem Jahr 2016 dar. 2018 spielte das Quintett überdies am Ragnarök Festival. Live vermochten uns die Bajuwaren damals zu überzeugen. Ob ihnen dies mit „Reincarnation“ ebenfalls gelingt?

Nach einem passenderweise orientalisch anmutenden Intro namens ‘Sacrifice‘, legen Maahes mit dem Titeltrack, zu welchem ein Lyric-Video besteht, los. Gediegenes Riff, einsetzender Harschgesang – Moment… wurde hier Sture von Vreid für den Gesang rekrutiert? Schon erstaunlich, wie sehr die Stimme von Horus, welcher gleichzeitig auch den Bass bedient, jener des Norwegers ähnelt. Wenn dann noch wie bei ‘Invincible‘ oder ‘Master of Black Arts‘ Black’n’Roll Rhythmen eingesetzt werden, fühlt man sich umso mehr an Sognametal erinnert.

Nebst handelsüblichen Black Metal Passagen gibt es zahlreiche weitere Elemente zu entdecken: ‘Perfection‘ weist ein knackiges Thrash Riff auf, vorgenanntes ‘Invincible‘ wiederum greift auf symphonische Dimmu Borgir Momente zurück. Die wunderbare Pianomelodie im Interlude ‘Idolization’ wird auf so simple wie geniale Weise für den Rausschmeisser ‘Final Chapter of Apocalypse‘ von der E-Gitarre übernommen. Phasenweise schüttelt man verwundert das Haupt, dass all diese Songs von ein und derselben Band stammen sollen. Man könnte so weit gehen und „Reincarnation“ einen Compilation-Charakter unterstellen. Trotz dieser Vielzahl an Einflüssen wirkt das Album mit seinen 36 Minuten Spielzeit aber dennoch auf gewisse Art und Weise homogen.

Grösster Kritikpunkt: Warum hat man nicht mehr ägyptisch/orientalische Einflüsse (wie im Intro ‘Sacrifice‘) in die Songs integriert? Wenn das Konzept einer Band derart stark auf der ägyptischen Mythologie fusst, würden entsprechende Elemente den Gesamtsound zusätzlich abrunden. Streng genommen erwartet man diese sogar. Letztlich handelt es sich dabei aber um Gemecker auf hohem Niveau. Denn, um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Ja, auch auf dem Silberling wissen Maahes zu überzeugen. Saubere Produktion, abwechslungsreiches Songwriting – starkes Erstwerk!

„Reincarnation“ erscheint am 18.09.2020.

Hörbeispiele zu Maahes gibt es unter folgendem Link:
https://maahesofficial.bandcamp.com/releases

geschrieben am 25.08.2020 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Maahes
MDD Records

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