CD-Review: Tibetréa – Penta


[Medieval/Pagan Folk] – BSC Music (2020)
Deutschland
Tour du monde 5.0

Die Bajuwaren von Tibetréa begaben sich erneut auf eine musikalische Weltreise und veröffentlichten Ende 2020 „Penta“. Nachdem wir bereits „Zauber und Rituale“ (2017), „Peregrinabundi“ (2014), „Cadbodua“ (2012) und „Mimirmeidr“ (2010) besprechen durften, kümmern wir uns nun mit etwas Verspätung um das insgesamt fünfte Werk der Fantasy Folker aus Geretsried bei München.

Von Nordamerika über Schottland nach Schweden und Deutschland vertont das Quintett wiederum Traditionals aus verschiedensten Kulturkreisen und bringt dabei auch immer wieder eigenes Liedgut mit ein. Lyrisch bediente man sich beispielsweise bei Shakespeare, Poe, Ludwig Uhland oder Eduard Mörike, schrieb aber selbstverständlich auch eigene Texte. Sprachlich geht die Reise von deutsch über englisch, französisch, kroatisch und schwedisch bis hin zu Latein. Kurzum, Tibetréa kredenzen uns einmal mehr eine höchst abwechslungsreiche Auswahl, welche in insgesamt zwölf Songs und 40 Spielminuten verpackt wurde.

Darüber hinaus sind die fünf Musikanten dafür bekannt, dass sie auf eine schier unerschöpfliche Instrumentenvielfalt setzen: Harfe, verschiedene Flöten, Glockenspiel, Schalmei, Harmonium und vieles mehr sind auf „Penta“ zu hören. Natürlich darf dabei auch die Trompete nicht fehlen, welche zwar einerseits polarisiert, andererseits mittlerweile aber auch zu einem Markenzeichen der Band avancierte.

„Penta“ wirkt insgesamt etwas eingängiger als die Vorgängeralben. Stilistisch wagt das Quintett auch schon mal einen Ausflug in funkige (insbesondere im akzentuierten Bassspiel) oder mit treibendem Schlagzeug dezent rockige Gefilde. Vermehrter männlicher Gesang stellt eine weitere Neuigkeit im tibetréanischen Klangkosmos dar und führt dazu, dass die Songs noch abwechslungsreicher daherkommen.

Warum Tibetréa trotz 15 Jahren Bandgeschichte, fünf veröffentlichten Alben und zahlreichen Konzerten im In- und Ausland nicht über einen höheren Bekanntheitsgrad verfügen, bleibt ein Rätsel. Im Vergleich zu ähnlich gelagerten Kapellen zeigen sich die fünf Spielleute auf jeden Fall deutlich innovativer. Reinhören!

Mit Mirán (Gesang, Gitarre, Cister und Flöte), welche unter ihrem bürgerlichen Namen Andrea Bannert auch als Autorin tätig ist, führten wir übrigens vor kurzem ein Interview.

Hörbeispiele zu Tibetréa gibt es unter folgendem Link:
Tibetréa – YouTube

geschrieben am 04.08.2021 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Tibetréa
BSC Music

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