CD-Review: Nahtram – Forest of Eternal Dawn

[Instrumental Symphonic Metal] – Eigenproduktion (2021)
Deutschland
Bombastisch!

Lukas Grässlin alias Nahtram (althochdeutsch für Nachtvogel / Nachtrabe) ist mit Album Nr. 2 zurück und macht so ziemlich genau dort weiter, wo er 2018 mit „An Ominous Journey“ aufgehört hat. Soll heissen, auch anno 2021 stehen instrumentale Metal-Tracks auf dem Programm, auf welche am ehesten die Attribute „symphonisch“, „episch“ und „bombastisch“ zutreffen.

Auf „Forest of Eternal Dawn“ treffen galoppierende Viking Metal Rhythmen auf Orchesterklänge und folkige Einsprengsel auf Melodic Death Metal. Nahtram bewegt sich somit irgendwo in der Schnittmenge aus Filmmusik, Ensiferum, Nightwish und Wintersun.  

Los geht es mit dem Intro ꞌTrailsꞌ, welches vom (synthetischen) Orchester dominiert wird und noch völlig ohne Metalanteile auskommt. Zum Schluss hin erklingt eine von der irischen Folkmusik inspirierte Geige, die Tavernenfeeling verbreitet und nahtlos in den ersten regulären Track ꞌA Murder of Crowsꞌ überleitet. Dieser schwankt zwischen Geknüppel und Akustikgitarre hin und her (letztere erinnert phasenweise an Metallicas ꞌThe Call of Ktuluꞌ und insbesondere dessen S&M Version) und nimmt die Melodie des Intros gekonnt auf.

ꞌBlackflameꞌ, mit fünf Minuten der kürzeste reguläre Song des Albums, prescht gleich von Beginn weg nach vorne, bietet im Anschluss aber mit wiederholten Tempiwechseln viel Abwechslung. Bei ꞌReminiscenceꞌ handelt es sich um ein vom Piano getragenes Interlude.

Das Highlight in ꞌAutumnal Tracesꞌ stellt das lockere, nach Resonatorgitarre klingende Country-Zwischenspiel dar. In ꞌNorthern Windsꞌ wiederum erhält die Moog-Orgel einen neuerlichen Auftritt. Es sind genau diese Spielereien, welche dafür sorgen, dass man auch nach dem x-ten Hördurchlauf immer wieder neue Elemente auf „Forest of Eternal Dawn“ entdeckt. So hat die Überlänge der Songs denn auch durchaus ihre Berechtigung. Passend zum Stichwort: im abschliessenden Titeltrack schöpft der Badener während über 14 Minuten noch einmal sein ganzes Können aus.

Komponiert, aufgenommen und gemixt hat Mastermind Grässlin das Album komplett in Eigenregie. Einzig für das Mastering holte er sich Hilfe in Australien (namentlich von Ermin Hamidovic / Systematic Productions). Gemeinsam zimmerten die beiden dem Werk einen brillanten Sound.

Fazit: Grosses Kino!

„Forest of Eternal Dawn“ weist eine Spielzeit von 50 Minuten auf und erschien am 27. August 2021 als CD-Digipak und in digitaler Form.

Hörbeispiele zu Nahtram gibt es unter folgendem Link:
https://nahtram.bandcamp.com/releases

geschrieben am 30.08 2021 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Nahtram
Eigenproduktion

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