CD-Review: Zornheym – The Zornheim Sleep Experiment

[Symphonic Extreme Metal] – Noble Demon (2021)
Schweden
Spannendes Konzept!

Zorn (bürgerlicher Name Tomas Nilsson) bediente zwischen 2011 und 2014 unter dem Pseudonym Zornheym bei Dark Funeral den Bass. Als er dort ausstieg, verspürte er offenbar den Drang, Extreme Metal mit symphonischen Elementen zu vermischen. Et voilà, Zornheym ward geboren. 2017 wurde das Debütalbum „Where Hatred Dwells and Darkness Reigns“ auf die Menschheit losgelassen. 2021 folgt nun das Zweitwerk „The Zornheim Sleep Experiment“.

Wie der Albumtitel erahnen lässt, folgt das Werk einem Konzept: In den 1940ern Jahren sollen angeblich in der Sowjetunion im Rahmen eines wissenschaftlichen Versuchs politische Gefangene mit Hilfe eines Gases 30 Tage lang wachgehalten werden. Nach fünf Tagen begann die Situation zu eskalieren… Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei dieser Geschichte um eine Urban Legend. So oder so bietet diese aber natürlich hervorragenden Stoff für ein Extreme Metal Album.

Spielt man Symphonic Black / Death Metal muss man sich unweigerlich Vergleiche mit Dimmu Borgir gefallen lassen. Und ja, es bestehen zahlreiche Parallelen zwischen Zornheym und den Genre-Vorreitern (exemplarisch hierfür der Auftakt zu ꞌKeep the Devil awayꞌ). Da wäre beispielsweise die Mischung aus Harsh- und Cleangesang, welche Shagrath und ICS Vortex perfektioniert haben. Zornyhem stehen dem in nichts nach, die verschiedenen Gesangstechniken ergänzen sich ähnlich gut. Chorpassagen gibt es ebenfalls zuhauf.

Zornheym als blosse Kopie abzustempeln, wäre indes unfair. Das Quartett kann sich phasenweise durchaus von den norwegischen Nachbarn emanzipieren. Erfreulich ist beispielweise, dass die Strings (Violine, Viola, Cello und Kontrabass) nicht aus der Kombüse stammen, sondern von Gastmusikern eingespielt wurden. Nichtsdestotrotz wünscht man sich für künftige Releases ein Ticken mehr Eigenständigkeit.

Ein Highlight des Albums stellt ꞌSlumber comes in Timeꞌ dar. Der höchst eingängige Refrain weist absolutes Hitpotenzial auf. Genial auch, dass gegen Ende hin vom Englischen in die schwedische Muttersprache gewechselt wird.

Beim Rausschmeisser ꞌWhom the Night brings…ꞌ handelt es sich um eine akustische „Lockdown Version“ des gleichnamigen Songs vom Debüt. Dieser ist, losgelöst vom Albumkonzept, als Bonus-Track zu verstehen.

Fazit: Interessantes Konzept – gut umgesetzt. Etwas widersprüchlich ist einzig der Umstand, dass die musikalische Untermalung des unglaublich düsteren Stoffs nicht selten fast schon positiv-fröhlich klingt. Dennoch: Freunde von symphonischem Extreme Metal sollten hier unbedingt zugreifen!

„The Zornheim Sleep Experiment“ erschien am 22. Oktober 2021 als CD, Doppel-Vinyl und in digitaler Form.

Hörbeispiele zu Zornheym gibt es unter folgendem Link:

Music | Zornheym (bandcamp.com)

geschrieben am 26.10.2021 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Zornheym
Noble Demon

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