CD-Review: Duir – T.S.N.R.I. – Impermanenza

[Folk / Black Metal] – Eigenproduktion (2022)
Italien
Italienische Highländer

Duir (altkeltisches Wort für Eiche) stammen aus Verona und gründeten sich 2013. Nach der Demo „Tribe“ (2014) und der EP „Obsidio“ (2018) erscheint nach beinahe neun Jahren Bandgeschichte das Debütalbum mit dem etwas sperrigen Titel „T.S.N.R.I. – Impermanenza“. Ausgeschrieben bedeutet der Albumname „Tutto Scorre Niente Rimane Immobile – Impermanenza“, was zu Deutsch in etwa „Alles fliesst, nichts bleibt unbeweglich – Unbeständigkeit“ bedeutet.

Die Norditaliener starteten als klassische Folk Metal Band, entwickelten ihren Sound im Laufe der Zeit jedoch in Richtung atmosphärischen Black Metal weiter. Folkinstrumente wie Dudelsack, Flöte und Drehleier werden immer noch punktuell eingesetzt, weshalb als Referenzband an dieser Stelle die Schottischen Saor genannt seien.

Nach dem Intro ꞌParergaꞌ macht ꞌEssere dioꞌ den eigentlichen Auftakt. Weise Entscheidung, dass man auf dem ganzen Album die Vocals in der italienischen Muttersprache belassen hat – hört man nicht allzu häufig. Fun Fact: Wenn Sänger Giovanni De Francesco die lateinische Phrase „Alea iacta est“ ins Mikrofon bellt, fühlt sich der Rezensent an seine Jugend und unzählige Asterix-Bände erinnert. Doch zurück zur Musik: starker Track mit viel Atmosphäre und dezent eingesetzter Flöte.

ꞌCenere di sogniꞌ beginnt als Post-Rock Track in bester Sólstafir Manier, ehe das Tremolospiel einsetzt und anschliessend erstmals Dudelsackklänge ertönen. Die Folkinstrumente werden bei Duir eher als Klangteppich verwendet und bilden nicht das omnipräsente, melodieführende Leadinstrument, wie dies bei Folk Metal Bands meist der Fall ist.

Hervorzuheben ist die Bassarbeit: einerseits, weil dieser im Mix erfreulicherweise genügend Platz eingeräumt wurde, andererseits, weil diese gelegentlich sogar eine Hauptrolle einnehmen darf. ꞌSentieri non tracciatiꞌ fällt mit seiner eher unspektakulären Melodieführung und verhältnismässig wenig Abwechslungsreichtum hinter den übrigen Tracks etwas ab. Da weiss der zehnminütige Rausschmeisser ꞌSolitudineꞌ wieder deutlich besser zu gefallen. Highlight hier: das fast einminütige Basssolo ab Minute sechs. Herrlich!

Dass es sich beim Erstling von Duir nicht um einen Schnellschuss handelt, hört man dem Werk jederzeit an. Getreu nach dem Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ tüftelte das Quartett lange Zeit an Sound und Produktion. Was dabei herausgekommen ist, kann sich mehr als hören lassen.

Kurzum: Starkes Debüt! Wer Saor liebt, wird seine Freude an Duir haben!

„T.S.N.R.I. – Impermanenza“ enthält ein Intro und fünf überlange Tracks bei einer Spielzeit von insgesamt knapp 36 Minuten. Das Werk erschien am 15. Januar 2022 als A5 Digipack-CD sowie in digitaler Form.

Hörbeispiele zu Duir gibt es unter folgendem Link:
DUIR (bandcamp.com)

geschrieben am 07.02.2022 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Duir
Eigenproduktion

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