CD-Review: Malphas – Divinity’s Fall

[Black Metal] – Folter Records (2022)
Schweiz
Was für ein Brett!

Malphas wurden 2014 in der Romandie (französischsprachiger Teil der Schweiz) gegründet und haben sich seither dem okkulten Black Metal verschrieben. Ein Jahr später erschien mit der EP „Occult Propaganda“ ein erstes Lebenszeichen. 2017 folgte das Debütalbum „Incantation“ über das portugiesische Label Triton’s Orbit. Zahlreiche fulminante Gigs im In- und Ausland brachten den Eidgenossen einen Deal mit dem Berliner Label Folter Records ein. Nun, knapp fünf Jahre später, steht das zweite vollwertige Werk „Divinity’s Fall“ in den Startlöchern.

In bester norwegischer Manier sind die fünf Malphas Recken auch bei zahlreichen anderen, vorwiegend helvetischen Bands aktiv: Aara, Asgard, Ghörnt, Grusig, Chotzä, Forgotten Tomb, um nur einige zu nennen.

Das Bandpic und die Ikonographie lassen eine Prügelattacke sondergleichen erwarten. Umso erstaunter ist man, als zum Auftakt in ꞌAstral Melancholyꞌ akustische Gitarren, die fast schon lieblich daherkommen, erklingen. Sicher, im Verlaufe des Tracks werden Tempo und Härtegrad gesteigert, es bleibt jedoch hochmelodisch – und rein instrumental. Was für ein unerwarteter und gerade auch deshalb genialer Einstieg!

Weiter geht es mit ꞌExileꞌ. Hier schreit sich erstmals auch Astaroth die Seele aus dem Leib. Ja, es geht hier und im weiteren Verlauf des Albums durchaus brachialer zu Werk als zu Beginn. Aber Malphas sind stets bemüht, auch mal das Tempo zu drosseln, um z. B. etwas Black’n’Roll einzustreuen. Und immer wieder diese herrlichen Gitarrenmelodien!

Blast Beats oder die klassischen Tremologitarren tauchen zwar regelmässig auf, werden aber auf „Divinity’s Fall“ vergleichsweise eher sparsam eingesetzt. Das Quintett setzt mehr darauf, mit Tempiwechseln und dunkler Atmosphäre Akzente zu setzen. Die Herren scheuen sich dabei auch nicht, gelegentlich mal ein (im Schwarzmetall eher verpöntes) Gitarrensolo einzubauen.

Melodisch, abwechslungsreich, sauber produziert und abgemischt, so dass man ab und zu sogar den Bass (!) heraushören kann – so muss Black Metal anno 2022 klingen. So fällt sie also, die Göttlichkeit. Und Malphas liefern den perfekten Soundtrack dazu. Geiles Teil!

Divinity’s Fall“ weist bei neun Tracks eine Spieldauer von 47 Minuten auf und erscheint am 13.05.2022 als CD und digital.

Hörbeispiele zu Malphas gibt es unter folgendem Link:
https://malphas-ch.bandcamp.com/

geschrieben am 09.05.2022 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Malphas
Folter Records

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.