CD-Review: Elane – Blackvale

[Fantasy Folk] – Eigenproduktion (2022)
Deutschland
Compilation-Album?

Die Fantasy Folker Elane veröffentlichen mit „Blackvale“ bereits ihr siebtes Album. Handelte es sich bei den Vorgängern „Legends of Andor“ (2019) noch um den Soundtrack zu einem Brettspiel bzw. „Arcane“ (2011) und „Arcane 2“ (2017) um Zusammenarbeiten mit dem Fantasy Autor Kai Meyer, ist „Blackvale“ das erste vollkommen eigenständige Werk seit „The Silver Falls“ aus dem Jahr 2008.

Elane haben laut Aussage von Skaldir (siehe Interview zum letzten Ash of Ashes Release) ihre Strategie geändert, um sich dem neuen Markt anzupassen. Aus diesem Grund wurden daher in den letzten Jahren erst einmal nur digitale Singles released. Diese sieben Songs plus vier weitere, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden, haben nun den Weg auf das neue Album gefunden.

Vielleicht rührt es daher, dass die elf Songs auf „Blackvale“ eher etwas zusammengewürfelt klingen und dem Werk fast schon den Charakter eines Compilation-Albums verleihen. Oder aber Elane hatten einfach Bock, sich maximal auszuprobieren und mit möglichst verschiedenen Stilmitteln herumzuexperimentieren.

So gibt es nebst den gewohnt (fantasy)folkigen Tracks (exemplarisch: ꞌSternenwindꞌ) auch solche, die in Richtung Pop-Musik abdriften (gewöhnungsbedürftig: ꞌSearchlightꞌ, ꞌKeyholeꞌ), Irish-Folk Elemente aufnehmen (ꞌHome is Where You Areꞌ) oder gar orientalische Stilmittel enthalten (ꞌAn Angel Reappearsꞌ). Auch Traditionals sind auf dem neuen Werk enthalten: Die Wahl fiel dabei auf das bekannte englische Volkslied ꞌScarborough Fairꞌ sowie das frühbarocke Stück ꞌAch, bittrer Winterꞌ. Mit ꞌMy Guardian of Dawnꞌ hat es sogar ein Song aufs Album geschafft, welcher mehr als nur ein bisschen Richtung Metal schielt. Steht dem Quartett, welches auf „Blackvale“ übrigens von der britischen Cellistin Anna Stuart unterstützt wird, ausserordentlich gut – Anspieltipp!

Aushängeschild von Elane ist nach wie vor die charakteristische Stimme von Joran Elane. Aber auch Nico mit seinem angenehm warmen Gesangsorgan und bereits zuvor erwähnter Skaldir bringen sich gesanglich mit ein.

Ist es nun schlimm, dass „Blackvale“ nicht wie aus einem Guss erklingt? Nicht wirklich! Die Tracks mögen stilistisch wie auch aufgrund der drei verschiedenen Stimmen noch so unterschiedlich daherkommen. Letztlich hört man trotz alledem irgendwie immer heraus, dass es sich um Elane handelt. Die Ausflüge in poppige Gefilde sollten allerdings keinesfalls noch weiter intensiviert werden. Bisherige Fans der Band werden einmal mehr bestens bedient. Und vielleicht lassen sich aufgrund der leichten stilistischen Öffnung gar neue Hörer erreichen. Insgesamt ein sehr gutes Werk!

„Blackvale“ erscheint am 11.11.2022 als CD, Stream & Digital Release.

Hörbeispiele zu Elane gibt es unter folgendem Link:
https://www.youtube.com/user/Elanetube

geschrieben am 24.10.2022 von wallace.folkmetal@gmx.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Elane
Eigenproduktion

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