CD-Review: Incursed – Amalur

Amalur Cover

[Viking / Folk Metal] – Eigenproduktion (2017)
Spanien 
Wenn die eigenen Idole übertroffen werden…

Incursed zeigen sich ganz schön umtriebig: „Amalur“ stellt seit der Bandgründung 2007 immerhin bereits das vierte full-length Album dar. Hinzu gesellen sich noch drei EP’s. Sieben Releases in zehn Jahren sind für eine ungesignte Band ein respektabler Output. Das Zweitwerk „Fimbulwinter“ (2012) fand bei uns bereits ziemlich Anklang… was uns wohl anno 2017 erwartet?

Schnell wird klar, die Spanier können ihren Haupteinfluss auch eine halbe Dekade später nicht verleugnen. Ensiferum klingen aus den Riffs, den Chören und den Songstrukturen heraus. Handelt es sich somit bei Incursed um einen billigen Abklatsch der Finnen? Mitnichten!

Das aus dem Baskenland stammende Quintett fügt nämlich seiner Mischung aus Viking und Folk Metal noch weitere Zutaten hinzu. Da wären beispielsweise die Keyboardsoli, welche auch von Alestorm-Mastermind Christopher Bowes stammen könnten. Die immer wieder eingesetzte Geige klingt nach Turisas und wenn beim balladesken ‘A crownless King’ Female-Vocals ertönen, fühlt man sich unweigerlich an Suidakra und deren wiederkehrende Gastsängerin Tina Stabel erinnert (tatsächlich heisst die Dame jedoch Ibone Gómez und spielt ansonsten in der Akustik-Band Sister Moon). Der Track ‘The Hardest of Harvests’ wiederum weist Windir-Elemente auf und klingt, als wäre er direkt dem superben Debüt „Hanter Savet“ der Franzosen Vindland entnommen – zwar nicht unbedingt repräsentativ für den Rest des Albums, handelt es sich hierbei trotzdem um DEN Anspieltipp auf „Amalur“.

Kurzum: für stilistischen Abwechslungsreichtum ist gesorgt. Die Vocals stehen dem in nichts nach, munter wird zwischen Clean-, Chor- und Harschgesang variiert. Dabei verlässt man sich nicht ausschliesslich auf das Englische, sondern setzt im Titeltrack auch die Muttersprache Spanisch ein. Der Rausschmeisser ‘Fear A‘ Bhata’ wird gar in Gälisch intoniert.

Soundtechnisch bleiben ebenfalls keine Wünsche offen. Im Gegenteil! Incursed beweisen, dass man nicht unbedingt ein Label im Rücken benötigt, um ein einwandfrei produziertes Album zu veröffentlichen.

Fazit: Trotz nach wie vor etwas mangelnder Eigenständigkeit… „Amalur“ macht einfach Spass (und übertrifft nebenbei das neue Ensiferum Album „Two Paths“ locker)!

Hörbeispiele zu Incursed finden Sie unter folgendem Link:
https://incursed.bandcamp.com/

geschrieben am 09.11.2017 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Incursed
Eigenproduktion

 

 

 

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